Warum beim Pferdeshopping unser Verstand aussetzt

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Sogar im Aldi kannst Du mittlerweile Fair-Trade-Kaffee und Biomilch kaufen. Ethisch einzukaufen ist massentauglich geworden. Wenigstens zwischendurch mal. Nur im Reitsport hinkt alles hinterher.

Sondermüll auf der Weide

Wir knallen uns Sondermüll auf die Weide (Kunstrasen, in der Anschaffung eine echt billige Sache, um gegen Matschpaddocks vorzugehen). Wir sprühen Insektizide aufs Pferdefell (habe ich hier beschrieben). Wir kaufen Mode aus China, deren Herkunft dort nicht klar ist (nicht alles aus China ist unter schlechten Bedingungen hergestellt) und sobald ein spezieller Name darauf steht, empfinden wir es sogar als schmückend, erhebend, was Besonderes. Das ist doch Quatsch!

Nachhaltigkeit im Reitsport

Doch es gibt einen kleinen Hauch Gegenwind. Ich freue mich ja sehr, dass endlich das Thema Nachhaltigkeit von Reitsportfirmen aufgegriffen wird. 2016 bewarben sich für diese Kategorie des Spoga Awards nur drei Firmen, jetzt war die Auswahl viel größer. Das ist ein Preis, der auf einer Trend-Messe für den Reitsport, der Spoga eben, vergeben wird.

 

Reithosen und Sättel die fair produziert werden

 

Als Verkaufsargument herausgestellt wird Nachhaltigkeit immer noch zaghaft. Eigentlich echt seltsam, dass dieser Vorteil einiger Produkte nicht viel stärker beworben wird. Ein paar Höhepunkte:

 

  • Kudamono (die ich ja sehr mag, wisst ihr ja) führt demnächst Westen aus PET-Material, also aus recycelten Kunststoffflaschen. Ihre Jeans werden in Europa hergestellt (und da gelten eben andere Regeln für die Arbeiter, als in Fernost).
  • Horseware hat ebenso Westen aus diesem Recylingmaterial, zudem unterstützt die Firma in Kambodscha Hilfsprojekte großen Stil (ich habe für equitrends darüber geschrieben).
  • Stübben fertigt auf Wunsch ihren Sattel Virginia True Nature mit einer Gerbung aus Olivenbaumblättern an, was sehr umweltverträglich ist.
  • Stierna verwendet Bambus-Materialien für ihre Anziehsachen.
  • Procavallo, ein Onlineshop, nimmt nur Produkte auf, bei denen die Herkunft unbedenklich ist. Sie haben zum Beispiel Titan-Gebisse aus Deutschland, die nach Wunsch hergestellt werden. Oder Schabracken, ebenso in Deutschland gefertigt (mit dem süchtig machenden Online-Schabrackendesigner selbst auswählbar, wie die hinterher ausschauen). Ich habe seit einem Jahr solch eine, und sie ist wirklich hervorragend – trocknet super schnell und liegt auch ohne Strupfen unter dem Sattel ohne zu verrutschen. Habe allerdings auch den „anatomischen Schnitt“ gewählt, vielleicht liegt es daran.

 

Qualitativ kommt da in meinem Besitz nur eine uralte Stübben-Schabracke dran. Hübsche andere habe ich auch – aber die sind nach einer Saison im Gurtbereich verschlissen und mit Pilling verschönert. Und ich nehme das in Kauf – wie so viele von uns. Wenn die Schabracke hübsch genug aussieht.

Cool ist das nicht. Leider sind diese Firmen die ich oben nenne und ihr Engagement für die meisten Leute Neuigkeiten. Wäre schön, wenn es anders wäre! Fragt mal in einem lokalen Reitsportladen nach Fair-Trade oder nachhaltigen Produkten – da gibt es kaum etwas.

Links Stierna-Designerin Helena im Reitrock, rechts ich in ihrem Regenmantel. Oben mittig eine Reihe voll der schönen Kudamono-Reithosen auf dem Bundeschampionat.

Regenkleidung, Dich wirklich trocken hält

Stierna ist übrigens auch ein echter Tipp. Die Schweden haben ihr ganzes Konzept darauf ausgerichtet, dem Wetter zu trotzen – 10.000 mmWassersäule ihrer Klamotten ist mal eine Ansage, fast überall findet man nur 3000er mm. Seit ich im August in ein Gewitter mit Starkregen mit den Pferden gekommen bin, achte ich darauf. Das war die Hölle und nicht vorherzusehen (steh mal mit acht Kindern und Pferden in einem Gewitter. Oben gelber Himmel, Blitzen, Donnern, Hagelkörner unter den Füßen, langsam suppt das Wasser von allen Seiten auf Deine Haut. Not amused.). Es wurden alle klatschnass trotz guter Reitkleidung. Seitdem achte ich auf die Wassersäulen-Bezeichnung. Wir waren so nass, dass auch die Telefone in den Taschen eingeweicht wurden. Folge: Drei Handys waren tot, eins ist tot geblieben. Ganz schön scheiße, wenn Du mit einer Reitgruppe im Unwetter stehst, Hilfe holen möchtest und nur noch ein Telefon der Gruppe funktioniert.

Wassersäule 10.000 mm

Stierna hat einen super schönen Regenmantel im Programm, mit eben einer 10.000er Wassersäule. Man kann ihn über den Sattel und den Pferdepo hinter sich legen, so aufklappen, und erst dann sieht man seitlich reflektierende Streifen. Unter die Kapuze passt ein Helm. Ich hatte ihn an und war vor allem überrascht, wie leicht er ist. Der hat Lieblingsteil-Potenzial.

Das Beispiel Weltreiterspiele, Kingsland & Herr Helgstrand

Nun ja, auf jeden Fall habe ich mich echt gefreut, dass Kingsland nun auch eine Nachhaltigkeits-Linie herausgebracht hat. Die wurde auf der Spoga ebenso lobend herausgestellt. Ein Blick auf die Homepage jedoch und ich freute mich kein Stück mehr. Da stand unter News, ganz stolz, dass man bei Helgstrand Dressage zu Gast war, um die Klamotten zu shooten. Das ist alles andere als #betterhorsesport dort – vielfach bewiesen. Mehrfach veröffentlichte epona tv Bilder von Helgstrand, die deutlich in den Bereich tierschutzwidriges Abreiten fielen. Er wurde vom dänischen Verband auch verwarnt.

Das Geld von Helgstrand nehmen sie alle gern

Für sein Geschäft macht das rein gar nichts aus: Als Geschäftspartner ist er gern gesehen, weil Helgstrand eben viel Geld hat und viel Geld in den Pferdesport investiert. Mit alle meine ich: Der Mann pumpt Geld in diverse Richtungen im Pferdebereich. Er ersteigert Auktionspferde, sicherlich wird man auch nach den Körungen jetzt im Herbst wieder davon hören, welche Summen er dort gelassen hat. Jetzt bei den Weltreiterspielen ist es übrigens wieder genauso. Helgstrand Dressage macht das Portemonnaie auf und ist Hauptsponsor der Dressur dort.  Auf der Tryon-Homepage steht sein Name jetzt überall: „Purchase Tickets for Helgstrand Dressage“ ist nicht etwa Werbung für Helgstrand selbst. Nein, es geht um die Tickets der Weltreiterspiele. Die FEI ist dankbar und wird sowas von offensichtlich unterwandert, dass es schon jenseits von peinlich ist. Wer jetzt noch nach #betterhorsesport schreit – ist naiv. So wie ich.

Egal ob Hengstsamen kaufen oder den Pulli – Du entscheidest, wer Dein Geld bekommt.

Die kleine Macht: Bewusst kaufen. Gilt übrigens für Hengstsamen (wem gebe ich mein Geld? Herrn Helgstrand und seinen Helfern hier in Deutschland?) genauso wie für Klamotten. Für mich ist das ein No-Go. Werde ich nicht unterstützen.

Bewusstsein dafür, wen man durch sein Einkaufsverhalten stärkt, ist noch echt schwach ausgeprägt im Reitsport. Warum eigentlich? Es ist so sehr Thema auf allen möglichen Ebenen, Nachhaltigkeit, Fair Trade, ein müllfreieres Leben zu führen, Minimalismus ist en vogue.

Wir kaufen uns Bambus-Becher für den Kaffee, greifen im Supermarkt ins Bio-Regal – doch beim Shopping fürs Pferd setzt der Verstand aus.

Meine These: Wir machen uns eh schon so einen Kopf um unsere Pferde, dass dieser Bereich einfach nur dem Gefallen, was Schönes finden, der Leichtigkeit ohne Sorgen und Hintergedanken gewidmet ist. So, wie man im Supermarkt dann eben doch fett in Plastik eingepacktes Obst kauft, weil es eben gerade da liegt und man keinen Bock hat, noch woanders hinzu gehen und außerdem müde ist,  jede Entscheidung vom Gewissen prüfen zu lassen.

Weil wir faul sein wollen. Manchmal zumindest.

Verstehe ich. Mach ich ja selbst oft genug. Wenn man aber weiß, wo man etwas schönes und gut hergestelltes findet, dann ist es auf allen Ebenen rund. Wenn man das nicht zum Dogma macht, sondern eben die Augen offen hält und neues gut gemachtes entdeckt, dann ist es auch wirklich gar nicht mehr schwer.

 

Haltung zeigen als Reitsport-Firma

Einen Netzfund zum Thema ethisches Kaufen habe ich noch – nämlich wie die Modefirma Armed Angels mit einem rassistischen Brief an sie umgeht (hier). Großartig!

Haltung zeigen bedeutet,

dem eigenen Unternehmen ein Gesicht zu geben.

Genau das machen sie  und erzeugen so gleichzeitig richtig traffic auf ihrem facebook-Account. Haltung zeigen würde so manchen Unternehmen im Reitsport auch echt gut stehen.  Außerdem ist es ist eine Nische, in der noch ziemlich viel Platz ist.

 

Weiterlesen auf wehorse

Welche Trends ich auf der Spoga gefunden habe, das habe ich Euch hier bei wehorse aufgeschrieben. Es geht um Jacken mit dem schönsten Schnitt, Sport-Reitsachen, Halfter, Hufschuhe und ein Wunder-Putzmittel für Sättel, das ich schon ein Jahr lang getestet habe und das wirklich etwas kann .

Geheimtipp: Pferdekauf bei der Familie Hölscher

Quebella von Quattro B, eine der guten Stuten, die Familie Hölscher verkauft. Ihre Vollschwester ist in die USA verkauft worden – und gehört einer Blogleserin! Kleine Welt. Foto: Y. Voss für Hof Hölscher

 

Eine meiner liebsten Pferdezucht-Familien hängt die Zucht an den Nagel. Die Familie Hölscher aus Gehrde verkauft am 15. September ihren Bestand. Sie veranstalten an diesem Tag eine freiwillige Hofauktion. Es sind vom Fohlen bis zur zweifachen Hengstmutter alle Altersklassen dabei, Reitpferde wie Zuchtstuten (hier seht ihr alle im Auktionslot).

Hofauktion Hölscher

Es sind so tolle Pferde dabei! Eine Stute kenne ich persönlich, Quebella, eine feine Stute, die ich euch bei wehorse genauer vorstelle. Total witzig: ihre Vollschwester gehört einer Blogleserin, die wiederum in den USA wohnt. Gabriele Grunig hat mir Bilder geschickt und von ihrer Stute erzählt – sie ist sehr glücklich mit ihr (Ein Bild habe ich Euch ganz unten als P.S. an den Artikel gehangen).

Katrin Hölscher mit Stute und Fohlen. Foto: Hof Hölscher

 

Der Hengst Demirel ist zum Beispiel aus der Zucht der Hölschers, weit mehr gekörte Hengste stammen aus ihrer Zucht. Jedes dieser Pferde ist nicht nur eine Katalognummer, sondern ein Stück Familiengeschichte. Die Hölschers kennen die Mütter, Großmütter, häufig auch Urgroßmütter. Deshalb habe ich mir einige der Pferde herausgespickt und mit Katrin Hölscher telefoniert. Sie kennt jedes der Pferde seit dem frühesten Lebensalter und kann auch ihren Charakter und die Menschen, die ideal wären, perfekt beschreiben.

Das Frauenpferd Dajana

Dajana, Auktionsnummer 30,  hat einen ganz tollen Charakter. „Die ist durch nichts zu erschüttern und hat ein grenzenloses Vertrauen“, sagt Katrin Hölscher. Als Fohlen sie sie sehr anhänglich und zutraulich gewesen. Beim Anreiten jedoch hätten sich die Hölschers gesagt: „Jetzt die Nerven behalten! Die Kombination Vater Donatus mal Muttervater Don Frederico kann speziell sein!“ Es hat in der Phase auch etwas gedauert, „aber als sie da durch war, seit dem Tag ist sie durch nichts zu erschüttern“, erzählt Katrin Hölscher. Sie hat auf der Stutenschau ihre Klasse gewonnen, ihren überragenden Schritt zeigen können, und wurde dann für die Herwart v.d. Decken-Schau nominiert. Dort bekam sie den 1c-Preis – eine sehr begehrte Auszeichnung auf einer der traditionsreichsten, wichtigsten Zuchtschauen überhaupt in Deutschland.

Dajana, Grundqualität gepaart mit Gelassenheit und Elektrizität im gewünschten Moment. Dajana ist von Donatus – Brentano II – Likoto xx. Foto: Y. Voss für Hof Hölscher

 

„Die können sie anstellen, dann ist die voll da und macht alles, und danach lassen sie die wieder Schritt gehen und die ist ganz gelassen!“, erzählt die Züchterin. Vergangenes Wochenende war die Stute zum ersten Mal auf einem Turnier, „und sie ist direkt überall hingegangen, auch als Erste am Richterhäuschen vorbei war kein Problem!“ Auch der erste Schmiedetermin war ganz einfach – „sie ist braver als manches erwachsene Pferd!“ Der Wunschkandidat, der diese Stute ersteigern sollte? „Für Dajana würde ich mir eine gute Reiterin wünschen, die sie entsprechend fördert. Sie ist noch schüchtern und braucht jemanden, der sie schön dahinführt, dann kann die mal ganz viel!“ Dajana stammt wie der Jährling, den ich Euch als nächstes vorstelle, aus der Stutenfamilie der Elfenblume, genau wie Demirel und Fürst Fugger.

Jährlingshengst von Farrell – Dimaggio – Likoto xx. Foto: Y. Voss für Hof Hölscher

Der Liebling von Farrell

„Bei ihm haben wir am meisten gezweifelt, ob wir ihn tatsächlich abgeben sollen“, sagt Katrin Hölscher, „denn wir haben vom ersten Tag an gesagt: „Das ist einer!“ Der Jährling von Farrell, Auktionsnummer 23, ist der Liebling aller und auch das meist angefragte Auktionspferd bisher. Er ist besonders charmant und menschenbezogen, dabei super schick. „Ein ganz feinfühliges Pferd ist das!“, sagt die Züchterin, „Die sind alle so aus der Likoto xx!“ Diese Stute von Likoto xx ist seine Großmutter. Layla wird ebenso veräußert wie Farells Mutter Delayla. Was das für die Hölschers bedeutet, ist schnell klar, wenn die Züchterin erzählt, wie es zu Laylas Namen kam: „Als das Fohlen geboren wurde, und ich alle rief, dass sie kommen sollen, da hörte meine Tochter gerade das Lied Layla von Eric Clapton. Sie durfte das Fohlen taufen und benannte sie danach.“

Fiora von For Romance – Dimaggio – Fleurop I. Foto: Y. Voss für Hof Hölscher

Der Geheimtipp Dressurpferd: Fiora

Fiora, Auktionsnummer 32, ist wie alle Dimaggios eher ein Spätentwickler, sagt Katrin Hölscher. Dimaggio ist ihr Muttervater, die Stute selbst ist von For Romance. „Die wächst gerade, ist überbaut, aber hat freilaufend sehr gute Bewegungen. Für mich ist Fiora der Geheimtipp unter allen Pferden.“

Der Geheimtipp Springpferd: Nummer 24

Diese Jährlingsstute – noch ohne Namen –  ist nicht aus Hölschers Zucht, sie haben sie selbst gekauft. Die Stute mit der Auktionsnummer 24 stammt aus einer S-erfolgreichen Mutter. Die Großmutter brachte ein CHIO-Aachen-Pferd. Die Stute selbst kommt sehr nach ihrem Vater Stakkato Gold, weiter geht es mit Don Juan und Silvio I. „Das wird ein Spitzenpferd, sie hat ein wahnsinniges Leistungsblut. Liegen Stangen in der Halle, springt sie da einfach drüber, ohne dass irgendwer etwas tut.“ Dazu kann sie sich noch bewegen und sieht schick aus. Ein Geheimtipp ist die Stute, weil sie noch viel Zuwendung und Horsemanship-erfahrene Menschen braucht, bis sie voller Vertrauen in Menschen sein wird.

Rappstute unter dem Sattel im Trab

Diarella, genau mein Beuteschema: Bisschen speziell aber sooo gut! Foto: Y.Voss für Hof Hölscher

Die Dankbare: Diarella

Für diese Stute, Auktionsnummer 34, hofft die Züchterin sehr, dass sie genau die richtigen Hände findet: „Sie ist wach, sensibel und elektrisch. Die braucht jemanden, der sich Zeit nimmt und sich mit ihr beschäftigt“, erklärt Katrin Hölscher. Die junge Stute sei noch nicht so gelassen unter dem Reiter, hält die Luft an, klemme schon mal. Deshalb sei ihre wahre Qualität nicht sofort sichtbar. „Doch die wird richtig gut, die wird es danken!“ Sie ist sich da sicher, weil sie den Stamm und deren Eigenschaften so gut kennt. Die Abstammung lautet Don Index – Feiner Graf – Lungau. Viele aus der Großmutter seinen so gewesen, dreijährig, doch nachher tatsächlich so einfach zu handhaben wie Kinderpferde, dabei leistungsbereit. „Viele Reiter werden sagen: die ist mir zu elektrisch. Aber wenn man die mal auf seiner Seite hat, dann geht das wie geschmiert!“

Daquira, ein Reitpferd zum Ausbilden, wie es sich viele wünschen. Foto: Y. Voss für Hof Hölscher

Das perfekte Ausbildungspferd: Daquira

Ein Reitpferd par excellence ist diese Dancier-Stute. Daquira, Auktionsnummer 33, beschreibt die Züchterin als ein reeles Pferd, das sich als Ausbildungspferd perfekt eignet. Vater der Stute ist Dancier. Der Pik-Bube-Stamm steckt dahinter, Leistungsblut, zudem hat die Stute ein richtig kräftiges Hinterbein. „Ein ganz braves Pferd! Dabei keine Schlaftablette, aber anständig, da kann man jeden drauf setzen!“

Na, wer wäre Euer Favorit? Ich als Stutenmensch finde die 2jährige Dimaggio noch sehr attraktiv – diese hier, Nummer 26:

Oder vielleicht doch eher deren Mutter? Es sind einfach so viele gute Pferde! Ich wünsche den Pferden und Familie Hölscher das absolut Beste! Geht hin, wenn Ihr auf Pferdesuche seid, es wird sich sicherlich lohnen!

>> TERMIN 15.09.2018, Hofauktion Hölscher, Gehrde, Niedersachsen, Katalog ist hier zu finden!

P.S.: Hier sind noch zwei versprochene Bilder von Sandy, der Vollschwester zu Quebella, die jetzt bei Blogleserin Gabriele Grunig in New York lebt:

Was am Strand galoppieren und tanzen gehen gemeinsam haben


Es ist drei Uhr 37 und ich habe gerade mehrere Stunden zu sehr schlechter Musik bei sehr schlechter Luft getanzt. Es war dennoch fantastisch – es rauscht noch in meinen Ohren. Völlig egal, wie schlecht diese Läden, in denen wir getanzt haben, waren. Ich habe es dennoch genossen.

Weil Tanzen so nah am sich wahrhaftig lebendig fühlen ist.

Weil Du so im Moment bist.

Weil Du, wenn Du ohne zu denken tanzt, Dich, Deinen Körper,  das Leben so sehr feierst.

Weil es so schön ist, das zu teilen.

Weil wir Wesen sind, die darin aufgehen zu fühlen, aber das zu selten so zelebrieren.

Genau dasselbe ist es, was das am Strand reiten ausmacht.

 

(Kurze Erklärung: Ich bin gerade im Reiterurlaub in Holland. Wir haben neun Pferde eingepackt und sind hier hoch gefahren nach Zeeland. Wir reiten täglich. Und gehen manchmal aus – ähhh, einmal bisher.)

Jeder kann sich für einen Ritt am Strand begeistern

In der vergangenen Woche habe ich einige Bilder und Videos an Familie und Freunde geschickt oder auch auf Instagram geteilt. Von uns, wie wir hier am Strand entlangsausen. Man hört jeden Hufschlag so sehr auf dem festen Sandboden, der so glatt aussieht. Dem man noch ansieht, dass das Meer da kurz zuvor drüber lag. Es donnert, wenn wir da lang galoppieren und das ist eines der schönsten Geräusche überhaupt.

 

Das fasziniert. So viele haben mir  in den sozialen Medien daraufhin geschrieben, dass sie genau das auch machen wollen. Dass sie das lieben und auch schon gemacht haben. Dass es so schön aussähe. Aber auch die Nichtreiter reagieren begeistert. Mein Vater, deutlich ü 70, fragte, ob er das wohl auch noch machen kann. Meine Mutter schrieb: Davon träumen so viele, ihr macht das.

 

Es rührt die Menschen.

Mehr als vieles andere, was ich so von den Pferden erzähle oder zeige.

 

Uns selbst auch. Wir kommen alle beseelt von gelungenen Ritten heim (meint: Wenn das Wetter mitspielte, wir sind auch schon klatschnass geworden). Wir haben vom Glück gekostet. Warum ist das wohl so? Was bewegt uns daran, am Strand entlang zu sausen? Nur, dass da keine Bäume und Berge im Weg sind?

 

Wohl kaum.

 

Die Pferde schenken uns etwas. Zeit und Raum sind weg. Es ist so kitschig, wie dieser Spruch: Pferde verleihen Flügel. Doch da ist etwas dran. Wir sind im Moment, wir sind ganz da, wir haben Endorphine ohne Ende, wir flitzen so schnell, wie wir es nie ohne sie könnten. Es ist so ähnlich wie beim Tanzen – wir fühlen und sind so lebendig.

 

Nur ohne doofe Anmachen, schlechte Gerüche und einen Kater danach.

Am Strand reiten ist eines der besten Dinge auf der Welt.

 

Wer da Sehnsucht spürt, das selbst zu tun, doch so viele Abers im Kopf hat, warum das mit dem Strandritt auf dem eigenen Pferd doch nicht geht: Quatsch. Macht es. Aber eben gut vorbereitet (was die Pferde zuvor kennen sollten, habe ich Euch hier bei wehorse aufgeschrieben).

 

Auch das ist wie bei Tanzen: Wer sich traut loszulegen, gewöhnt sich und kann immer mehr das genießen, was er da tut. Auch wenn der Anfang vielleicht sorgenvoll oder ängstlich oder steif ist. Das wird schon.

Vor- und Nachteile von Paddocktrails

Der Paddocktrail im Sommer. Hier liefen sie alle gemeinsam, galoppierten und buckelten. Foto: Klara Freitag

 

Seit anderthalb Jahren stehe ich in einem Paddocktrail-Stall. Der ist genial angelegt, vor allem, weil dieses System für viele Hofbesitzer gut nachbaubar wäre: Er verläuft rund um die Reithalle und die daran anschließenden Boxen. Was auch bedeutet: es sind verhältnismäßig kurze Wege für den Menschen, der sein Pferd holen möchte. Die Pferde jedoch legen einiges an Distanz täglich zurück. Wie der Stall genau aufgebaut ist, habe ich Euch bei wehorse aufgeschrieben.

Viele unserer Pferde im Stall sind ehemalige Turniersportler. Foto: Klara Freitag

 

Der absolute Knackpunkt für mich ist die Fütterung, dazu später mehr. Hier erst mal die größten Vorzüge und Nachteile vom Paddocktrail-System auf einen Blick.

Boxen gibt es auch im Paddocktrail-Stall! Zum Füttern, zum Trocknen nach dem Training im Winter und wenn es gesundheitlich notwendig ist.

Vorteile vom Paddocktrails:

 

  • artgerechte Haltung durch hohe Bewegungsanreize
  • Gruppenhaltung ist für das soziale Pferd immens von Vorteil
  • Keine Zentrierung des Raumes wie beim Offenstall, dadurch weniger Langeweile und auch weniger Konflikte

 

Typische Fehler bei Paddocktrails:

 

  • zu enge Wege! Wer bei youtube mal nach Paddocktrails googelt, sieht mit Litze einfach abgesteckte, lange Wege, die so schmal sind, dass ein Pferd sich da mal gerade drehen kann. Das ist gefährlich!
  • Ecken sind unvermeidbar, aber man sollte bedenken, dass sie zu Engstellen werden, in denen es gefährlich werden kann. Ein Pferd, dass dort von einem anderen hineingetrieben wird und dem ein Ausweg durch das treibende Pferd versperrt wird, ist in großer Verletzungsgefahr. Besser ist es, Ecken so abzurunden, dass keine 90-Grad-Winkel mehr vorhanden sind.
  • Matsch. Müsste ich mich zwischen Nur-Matschhaltung im Offenstall oder Paddocktrail und einer Box mit Balkon entscheiden, würde ich die Box mit Balkon nehmen. Was natürlich viel mehr Pflichten bezüglich des Auslaufs und der Bewegung mit sich bringt.
  • Nicht harmonische Gruppen oder zu viele Pferde. Das führt dazu, dass sich die Pferde nicht gut ausruhen können. Dass jedes Pferd zur Ruhe kommen kann, ist immens wichtig. Zu jeder Jahreszeit liegen unsere Pferde gern zum Mittagsschlaf im Sand, sobald es sonnig wird – ein gutes Zeichen!

 

Der Trail im Winter. Foto: Klara Freitag

Bedarfsgerechte Fütterung

Passend jedes Pferd zu füttern ist in einer solchen Gruppenhaltung weitaus aufwendiger, als wenn man einem Boxenpferd einfach die passende Ration vorlegt. Wir füttern alle Zusatzfutter per Hand, dafür werden die Pferde einzeln in die Boxen gebracht oder aber nach dem Reiten auf der Stallgasse gefüttert. Die Rentnerpferde kommen mehrfach am Tag in die Box, um in Ruhe ihre Heucobs und Zusatzfutter zu fressen – das ist immens aufwendig, funktioniert aber sehr gut. Schwierig ist es für die Kandidaten, die mit stets frei zugänglichem Heu zu viel fressen. Unser Pony Chamonix ist so ein Kandidat. Auch mit viel Bewegung bleibt der Bauch. Das ist nicht nur unschön, sondern auch ungesund. Mittlerweile bin ich der Überzeugung, dass nicht jedes Pferd für 24/7 Heufütterung geeignet ist. Wir haben einfach überwiegend recht reichhaltiges Heu hierzulande und für solch leichtfuttrigen Pferde ist das einfach zu viel des Guten. Auch mit Heunetzen drüber. Interessant fand ich: sie hat in der Boxenzeit, als sie mehr als zwei Monate wegen des Griffelbeinbruchs stehen musste, abgenommen. Obwohl auch da das Heu frei zugänglich war. Vielleicht spornt gemeinsames Fressen noch zusätzlich an.

Leichtfuttrige Pferde in der Gruppe

Ich habe mich noch nicht dazu durchringen können, ihr stundenweise eine Fressbremse anzuziehen. Noch hoffe ich, durch noch mehr Training den Bauch bekämpfen zu können. Ein anderes Pferd auf dem Trail geht tagsüber in einen abgezäunten Offenstall, wo das Heu rationiert wird – gute Idee, vielleicht machen wir da bald mit. Idealerweise wäre die Gruppe nach Futterbedarf getrennt (wollen wir aber alle nicht, denn dann wären ja die guten Bewegungsmöglichkeiten eingeschränkt) oder aber es gäbe automatische Tore, die die schwerfuttrigen Pferde in Bereiche lassen, die die leichtfuttrigen Pferde nicht erreichen können.

Chamonix im Herbst. Mit Regendecke, weil mir das bei lang anhaltendem Regen in Kombination mit Wind lieber ist – so bleibt die Rückenmuskulatur warm. Die Stangen links im Bild gehören zur Heuraufe. Foto: Klara Freitag

 

Management eines Aktivstalls

Wer jetzt denkt: Futterautomaten sind DIE Lösung – da kann ich nur bedingt zustimmen. Ich habe mit meinen früheren Pferden, Fee und Devil, auch schon in einem Aktivstall gestanden. Seitdem sehe ich Futterautomaten nicht nur positiv – es gibt Pferde, die den Automatismus austricksen. Oder welche, die den Eingang blockieren oder stoisch vor den Kraftfutteranlagen rumstehen, um endlich dranzukommen.

 

Der häufigste Fehler in Gruppenhaltungen

Außerdem: Auch die technisch hervorragendste Anlage macht das Auge desjenigen, der die Anlage führt, nicht wett. Das ist nämlich das meiner Meinung nach Allerwichtigste: Dass derjenige, der die Anlage führt Pferdeverstand hat, sieht, wenn etwas in einer Gruppe nicht stimmt und die Gruppe harmonisch hält. Zu viele Pferde auf zu wenig Platz gehen gar nicht und das ist der häufigste Fehler in Gruppenhaltungssystemen.

Ailena und Tejano kamen zusammen in den Stall. Hier sind sie im Eingliederungsbereich. Foto: Klara Freitag

 

Zu viel Wechsel stört ebenso die Herde. Und das ist gravierender, als wenn eine Weidegruppe, die abends jeweils in einzelne Boxen geht, Unruhe hat. Denn Aktiv- oder Paddocktrailpferde können dem sozialen Leben nicht ausweichen. Sie können nur in der Gruppe zur Ruhe kommen. In Gruppen, die lange zusammen sind, ist die Verletzungsgefahr minimal. Bei jeder Eingliederung steigt sie immens. Ein falscher Tritt, und ein Pferdeleben kann dahin sein.

 

Mittagsschlaf im Februar auf dem Paddocktrail. Chamonix trägt eine mit 100 Gramm gefütterte Outdoordecke.

Gefahren im Paddocktrail, Aktivstall und Offenstall

Ich halte meine Pferde seit 20 Jahren nur in Offenstall, Aktivstall oder eben Paddocktrailform. Das war für die Ponies schon immer so, meine Warmblüterin Fee hat mir sehr schnell gezeigt, dass das für sie auch gelten muss – nur in dieser Haltungsform war sie gut händelbar als junges Pferd. Während der Boxenhaltungszeit lag ich regelmäßig im Dreck. Ich habe es ausprobiert, denn damals fand ich es irgendwie noch richtig schick, eine Box zu haben, an die man ein Schild hängen kann. Sowieso gehörte ein Warmblut für mich in die Box. Das machte Fees Geist aber nicht mit.

 

Verletzungen durch die Gruppenhaltung

An Verletzungen habe ich in diesen Jahren bei meinen eigenen Pferden mal einen Einschuss oder eben Chamonix’ Griffelbeinbruch gehabt. Als der passierte, war es knackig gefroren auf dem Trail. Es gab keine Glatteisstellen, aber buckelig gefrorenen Sand. Ich vermute, sie ist einfach irgendwie doof ausgerutscht. Das war meinerseits die schlimmste Verletzung in zwei Jahrzehnten. Damit kann ich leben (und man wird ja auch klüger: Vor dem Frost den Boden glattziehen hätte vielleicht so etwas verhindert!). Ich habe allerdings auch schon zwei Mal mitbekommen, dass wegen Zwischenfällen der Gruppenhaltung ein Pferd eingeschläfert werden musste. Einmal war das Bein gebrochen aufgrund eines Trittes. Seitdem bin ich der Meinung, dass in Gruppenhaltungen keine Hufeisen aus Metall an die hinteren Pferdefüße gehören. Das andere war auch ein Tritt – ohne Eisen, aber so ungünstig platziert, dass er schwere Folgen in Kombination mit Vorerkrankungen des betroffenen Pferdes hatte.

Letztlich muss das jeder für sich entscheiden, ob er die natürlich erhöhte Verletzungsgefahr in einer Gruppenhaltung in Kauf nimmt oder nicht. Meine Entscheidung ist klar: Eine gut gemanagte Gruppe hat eine recht geringe Verletzungsgefahr. Ich möchte meinem Pferd nicht die Chance nehmen, ein artgerechtes Leben in der Gruppe zu führen.

Wie gefährlich ist es, WFFS-Trägerhengste zu nutzen?

Fohlen

Angst vor WFFS: Ein gesundes Fohlen ist viel wert. Foto: Canva

 

Vor drei Jahren habe ich nicht gewagt, davon zu träumen: WFFS ist in aller Munde. Damals fiel mein WFFS-Fohlen und seitdem schreibe ich über das Thema. Nun ist es auf allen Ebenen angekommen: Es ist Thema bei allen Züchtern und kein Hengsthalter wird daran vorbeikommen, demnächst den genetischen Status seiner Hengste den Züchtern gegenüber zu äußern. Als erstes Staatsgestüt ging Neustadt/Dosse voran und veröffentlichte eine Liste, welche Hengste Träger bzw. Nichtträger des Gendefekts sind.

In einer internationalen Gruppe auf facebook sind mehr als 900 Hengste und mehr als 600 Stuten als N/N getetstet, also Nichtträger aufgeführt, 67 Hengste und 70 Stuten als Träger. Das ist natürlich eine lose Sammlung, die auf Vertrauen beruht, aber dennoch sind es langsam wirklich große Zahlen, die getestet wurden!

Dennoch gibt es noch viel Unklarheit, wie sich WFFS genau vererbt. Deshalb erkläre ich hier gern die wichtigsten Fragen zu WFFS! Habt Ihr weitere Fragen? Dann stellt sie gerne. Aufklärung ist total wichtig und es gibt keine dummen Fragen.

 

Kann ich ein krankes Fohlen erhalten, wenn ich einen Trägerhengst nutze?

Wenn die Stute nachweislich kein Träger ist, wird das Fohlen gesund sein! Ein lebensunfähiges Fohlen kann man nur erhalten, wenn man Träger mal Träger anpaart (und dann mit 25% Wahrscheinlichkeit, aber Achtung, eine Träger x Träger Anpaarung ist nicht mit dem Tierschutzgesetz zu vereinbaren!) Deshalb ist es von enormer Bedeutung, den Genstatus von Stute und Hengst zu kennen.

 

Wenn meine Stute Trägerin ist, ist dann ihr Vater auch Träger?

Nein, muss nicht sein! Sie hat die  Trägerschaft entweder von der Mutter oder vom Vater. Wer diese vererbt hat, ist nicht ohne Gentest der direkten Eltern zu ermitteln.

 

Wenn meine Stute Trägerin ist, ihr Vater aber kein Träger, dann ist der Muttervater der Träger?

Nein, auch das muss nicht sein. Sicher ist dann nur, dass die Mutter der Stute ebenso Trägerin war. Welches Elternteil der MM ihr die Trägerschaft vererbt hat, ist unklar.

 

Wenn mein Fohlen Träger ist, die Mutterstute aber Nichtträgerin, dann ist der Hengst ein Träger?

Korrekt. Das ist ein Ausschlussverfahren, das vom heutigen wissenschaftlichen Stand nicht anzuzweifeln ist. Der Erbgang ist auch so ausreichend erforscht, dass es keinen Grund gibt, daran zu zweifeln.

 

War Donnerhall Träger?

Durch das Testen von Stuten und deren Nachkommen werden immer mehr Trägerschaften von Hengsten decodiert. Ist ein Nachkomme Träger, die Stute jedoch definitv Nichtträger, dann kann die Trägerschaft nur über den Hengst erworben worden sein. Auf diese Weise wurden Hengste wie Don Darius, Edward und jetzt Donnerhall als Träger eingeordnet. Bestätigt wurden diese Ergebnisse von den Hengstbesitzern bisher nicht. Auch Balous Bellini, den ich als Hengst für mein Fohlen wählte, ist bisher vom Hengsthalter weiterhin nicht als Träger bestätigt worden.  Dr. Axel Brockmann, der für Edward zuständig ist, versprach im Interview, den Genstatus aller aktueller Celler Hengste zu veröffentlichen.

Genau durch ein solches Ausschluss-Verfahren kam übrigens auch die Diskussion um WFFS überhaupt erst in Gang.

 

Sind Vollgeschwister identisch, was den WFFS-Status angeht?

Nein, das muss nicht so sein. Beispiel: Ein ganz interessanter Fall ist der der Hengste Cristallo I und Cristallo II. Der eine Hengst ist Träger des Gendefekts (Cristallo I), der andere (Cristallo II) ist frei davon. Das ist absolut möglich – wenn zwei Träger gepaart werden oder ein Nicht-Träger und ein Träger. Sicher ist lediglich, dass die Vollbrüder nicht aus einer Verpaarung von zwei Nicht-Trägern gefallen sind. Übrigens steht auf der Homepage der Hengststation Ludger Beerbaum, wo die Hengste aufgestellt sind, der entsprechende Genstatus direkt in der Beschreibung. Vorbildlich!

Anpaarungsbeispiele:

 

Nichtträger x Nichtträger von WFFS

Verpaart man zwei Nicht-Träger, sind die Nachkommen garantiert Nicht-Träger.

 

Träger x Nichtträger von WFFS

Verpaart man einen Träger mit einem Nicht-Träger, sind alle Nachkommen äußerlich unbeeinträchtigt und voll einsatzfähig. 50% werden jedoch die Trägerschaft erben.

 

Träger x Träger von WFFS

Verpaart man zwei Träger von WFFS, spaltet sich die Nachkommenschaft auf in 25 % WFFS-WFFS Träger, also nicht lebensfähige Fohlen, bei denen sich die Haut vom Köprer löst. 25 % werden Nicht-Träger sein, also genetisch die Trägerschaft nicht weitergeben können, 50 % werden gesunde Träger sein. ACHTUNG: Diese Anpaarung ist nicht mit dem Tierschutzgesetz zu vereinbaren und kann daher gerichtliche Folgen nach sich ziehen.

 

 

Den ganz genauen Erbgang habe ich Euch im wehorse Blog erklärt, hier.

 

Mehr zu WFFS hier:

Interview mit der Forscherin, die das Gen entdeckte

Interview mit Dr. Axel Brockmann vom Landgestüt Celle

Wie die Diskussion ins Rollen kam: Der erste Hengsthalter, der 2018 testen ließ

Erfahrungsbericht WFFS-Fohlen: Über mein WFFS/WFFS Fohlen 2015

Facebook-Gruppe zum Thema, deutschsprachig

Facebook-Gruppe zum Thema, englischsprachig