Der große Gurtvergleich – Folge 3: Der USG Tekna Gurt

Sattelgurte

Sattelgurt-Woche bei a life with horses!

Fotos: Klara Freitag

Heute gibt’s hier alles über den USG Tekna Gurt zu lesen. Insgesamt habe ich fünf Gurtmodelle in Lang- und Kurzgurtversion mehrere Monate lang getestet und an drei Pferden ausprobiert, die vor dem Test heftiges Unwohlsein (bis hin zum Schnappen), mittleres (Gesichtsausdruck verändert sich deutlich, Ohren angelegt) und leichtes Unwohlsein (nur leichte Mimik-Veränderung) beim Gurten zeigten.

Erfahrungen mit dem USG Tekna Gurt

Die Ergebnisse lest ihr in dieser Woche auf meinem Blog – jeden Tag stelle ich Euch ein Gurtmodell ganz genau vor, abschließend könnt Ihr dann das gesamte Testergebnis aller Modelle im Vergleich lesen. Welche Kriterien generell wichtig sind bei der Auswahl eines Gurtes für ein Pferd, das Gurtzwang hat oder leichtes Unbehagen beim Gurten zeigt, habe ich Euch hier bei wehorse aufgeschrieben.

Also: Los geht’s mit meinen Erfahrungen mit dem USG Tekna Gurt!

Es ist ein anatomisch geformter, sehr modern wirkender Gurt. Ich habe ihn in zwei Varianten getestet, als Kurzgurt und als Langgurt. Er kostet 87,95 Euro als Kurzgurt und 91,95 Euro als Langgurt.

Das ist gut

Der Gurt ist solide verarbeitet und sieht wertig aus. Die inneren Werte sind auch nicht ohne: Mit dem kann man durch Schlamm, Matsch, Meerwasser, einfach alles reiten und er verzeiht es. Die Polsterung fühlt sich sehr weich an und ist komplett abklettbar.

 

Das sagen die Pferde

Der Gurt liegt dank des kurzflorigen Kunstfells mit zusätzlicher Polsterung darunter weich auf. Der äußere Teil des Gurtes ist sehr stabil und damit recht wenig flexibel. Es gibt Elastikeinsätze an den Schnallen, die schwer dehnbar sind – das ist also etwas für die Fraktion der Reiter, die nicht so auf weiche Gummizüge stehen (meist aus Sorge, zu fest zu gurten). Das Fell ist hautsympathisch, aber wie gesagt sehr glatt – bei der Tendenz, dass Gurt und Sattel nach vorn rutschen, stoppt er nicht. Von der Form her passte der Gurt gut auf die Warmblüterin, die mehr Platz im Gurtungsbereich hat als die Ponystute. Bei der Ponystute wäre es beim Kurzgurt vom Platz idealer gewesen, wenn der Gurt insgesamt schmaler wäre. Super sanft angurten ist nicht ganz einfach dadurch, dass das Obermaterial recht fest ist und die Elastik ebenso. Die palominofarbene Stute im Test ist sehr empfindlich beim Gurten und schätzt es mehr, wenn mehr Elastik im Spiel ist, so dass das Angurten noch ruckelfreier möglich ist.

Handling im Alltag

Der Gurt ist supereinfach zu pflegen – wenn das Polster dreckig ist, kann es in die Waschmaschine. Es wird aber gar nicht schnell dreckig, sondern bleibt lange schön.

Material

Der Gurt besteht aus Kunstleder und einer kurzflorigen Kunstfell-Polsterung. Er ist mit Rollschnallen ausgerüstet und anatomisch geschnitten. Durch die Ziernähte und das graue Polster sieht man, dass hier auf eine attraktive Optik Wert gelegt wurde.

Pflege

Ein Schwamm, Wasser, gegebenenfalls etwas Seife – und fertig gepflegt ist das Kunstleder.  Die Polsterung kommt in die Waschmaschine. Einfacher geht’s nicht. Das Kunstleder-Material nennt sich Quick-Clean und hält sein Namensversprechen.

 

Schwachstellen

Ich hätte mir gewünscht, dass der Gurt im Ellbogenbereich schmaler ist und das der Gurt insgesamt etwas flexibler vom Material her ist – dann hätte ich ihn auch unseren ganz speziellen Kandidaten schmackhaft machen können.

Testurteil

Das ist mit ca. 90 Euro der preiswerteste Gurt im Test. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist wirklich gut. Wenn kein Gurtzwang vorliegt, das Pferd zum Beispiel einfach sensibel ist und einen gepolsterten Gurt braucht, ist man hier gut mit beraten. Für sehr empfindliche Pferde mit Gurtzwang wäre er nicht meine erste Wahl. Doch er hat andere Vorzüge: Das ist ein idealer Schlechtwetter-Gurt für alle Draußen-Aktivitäten! Im Punkt Pflege ist er unschlagbar einfach schön zu halten. Zudem ist er sehr robust und verzeiht vieles im Alltag. Interessant finde ich die Version „Stollengurt“ dieses Produktes für alle, die nur ab und an zum Springen einen Stollengurt brauchen. Mehr Qualität zu diesem Preis (beim Stollengurt 116,95) geht kaum.

 

 

Folgende Gurtbesprechungen lest Ihr diese Woche auf www.alifewithhorses.de:

 

  1. Stübben Equisoft Gurt
  2. Pferdefaible Tapestry Komfort Gurt
  3. USG Tekna Gurt
  4. Eric le Tixerant Gurt
  5. Mattes Gurt
  6. Resümee & Vergleich

 

 

Der große Gurtvergleich – Folge 2: Pferdefaible Tapestry Komfort Gurt

Sattelgurte

Sattelgurt-Woche bei a life with horses!

Fotos: Klara Freitag

Ich habe fünf Gurtmodelle in Lang- und Kurzgurtversion mehrere Monate lang getestet und an drei Pferden ausprobiert, die vor dem Test heftiges (Unwohlsein bis hin zum Schnappen), mittleres (Gesichtsausdruck verändert sich deutlich, Ohren angelegt) und leichtes Unwohlsein (nur leichte Mimik-Veränderung) beim Gurten zeigten.

Erfahrungen mit dem Tapestry Komfort Gurt

Die Ergebnisse lest ihr in dieser Woche auf meinem Blog – jeden Tag stelle ich Euch ein Gurtmodell ganz genau vor, abschließend könnt Ihr dann das gesamte Testergebnis aller Modelle im Vergleich lesen. Welche Kriterien generell wichtig sind bei der Auswahl eines Gurtes für ein Pferd, das Gurtzwang hat oder leichtes Unbehagen beim Gurten zeigt, habe ich Euch hier bei wehorse aufgeschrieben.

 

Heute ist der Tapestry Komfort Gurt dran!
Ich habe den Gurt in zwei Varianten getestet, als Kurzgurt und als Langgurt. Er kostet, egal in welcher Version, reduziert auf 129,90 Euro aktuell. Der Gurt kommt übrigens aus Kanada, in Deutschland vertreibt ihn Pferdefaible.

Das ist gut

Super toll an diesem Gurt ist die enorm flache Auflage seitlich. Egal welcher Pferdetyp, ich hatte immer genug Ellbogenfreiheit. Durch die Kombination von viel elastischem Material und der Brustplatte mit Polsterung ist ein sehr weiches und gleichmäßiges Gurten möglich. Denn das ist klar der Vorteil von Strechmaterialien: Das Angurten ruckelt weniger. Dass man dann besonders vorsichtig sein muss, um nicht zu fest zu gurten, sollte klar sein. Am Kurzgurt mochte ich, dass die Lederunterlage der Schnallen nicht zu breit ist. So passte er auch beim Pony gut (das ist das Modell mit dem palominofarbenem Fell auf den Bildern oben). Denn das ist häufig ein Problem bei Kurzgurten: Dass die Schnallenunterlagen so ausschweifend gestaltet sind, dass sie dadurch den Bewegungsfluss stören oder sogar scheuern.

Das sagen die Pferde

Der Gurt wurde durchweg gut angenommen.Ich kann kein Aha-Erlebnis ausmachen, bei dem die Pferde von Beginn an weit mehr zufrieden waren. Doch alle haben den Gurt akzeptiert und wenige Anzeichen von Unzufriedenheit gezeigt.

Handling im Alltag

Der Tapestry Komfort Gurt ist sehr einfach zu nutzen. Dadurch, dass er aus Elastikbändern besteht, muss man natürlich aufpassen, mit dem richtigen Maß nachzugurten. Aber genau das macht das  Gurten bei sensiblen Pferden leichter: Es ruckelt wenig beim Angurten, das Material gibt gleichmäßig nach.

Material

Der Gurt besteht aus einer Burstplatte aus Leder und einer Gummiauflage, die an Moosgummi erinnert. Sie ist flächig verarbeitet, es gibt keine Erhöhungen oder so wie an anderen getesteten Modellen. Dieser Teil des Gurtes ist nicht flexibel. Die Brustplatte ist mit mehreren flachen Gummibändern verbunden, die den Sattelgurt bilden. Den Übergang zu den Schnallen schafft jeweils Leder. Das Leder fühlt sich hochwertig an.

Pflege

Sehr einfach – abwischen und für die Lederteile entsprechende Pflege nutzen. In die Waschmaschine darf er wegen des Leders natürlich nicht!

Schwachstellen

Ehrlich gesagt kann ich kaum welche ausmachen. Außer vielleicht Fehler in der Anwendung, das elastische Material mag manche dazu verführen, zu sehr am Gurt zu ziehen. Die Brustplatte ist trotz Polsterung nicht wahnsinnig weich. Keines der Pferde hat das irgendwie negativ angezeigt, aber aus rein menschlicher Sicht ist diese Platte härter als die Platte von Vergleichsmodellen. Sie ist auch im Vergleich zu den anderen Modellen kleiner gehalten (mehr Fläche würde je nach Pferdetyp aufgrund der Festigkeit auch nicht funktionieren, das sieht man gut am Pony bei der Aufnahme von unten).

Testurteil

Tatsächlich hat mich dieser Gurt total überrascht. Ich hätte nicht gedacht, dass ich den so gern nutze. Ich habe den Pferdefaible Tapestry Komfort Gurt besonders in der Langversion sehr gern verwendet und sehr oft unbewusst zu diesem Gurt gegriffen, wenn ich gesattelt habe! Er ist ein richtig gutes Alltagsmodell und ist super für Pferde, die kein allzu großes Gurtzwang-Problem haben, denen man aber dennoch einen angenehmen, gut funktionalen Gurt gönnen möchte. Durchweg fühlten die Pferde sich mit dem Gurt wohl. Der absolute Pluspunkt ist die enorm flache Auflage seitlich und damit die Ellbogenfreiheit.

 

 

Folgende Gurtbesprechungen lest Ihr diese Woche auf www.alifewithhorses.de:

 

  1. Stübben Equisoft Gurt
  2. Pferdefaible Tapestry Komfort Gurt
  3. USG Tekna Gurt
  4. Euroriding Privilége Equitation bzw. Eric le Tixerant Gurt
  5. Mattes Gurt
  6. Resümee & Vergleich

 

 

 

Der große Gurtvergleich – Folge 1: Stübben Equi-Soft Gurt

Sattelgurte

Die Sattelgurte im Test von links nach rechts: Mattes anatomischer Langgurt, USG Tekna Langgurt, Pferdefaible Tapestry Langgurt, Stübben Equi-Soft Langgurt, USG Tekna Kurzgurt, Eric le Tixerant Kurzgurt, Stübben Equi-Soft Kurzgurt, Pferdefaible Tapestry Kurzgurt.

Sattelgurt-Woche bei a life with horses!

Fotos: Klara Freitag

Ich habe fünf Gurtmodelle in Lang- und Kurzgurtversionen mehrere Monate lang getestet und an drei Pferden ausprobiert, die vor dem Test heftiges (Unwohlsein bis hin zum Schnappen), mittleres Unwohlsein (Gesichtsausdruck verändert sich deutlich, Ohren angelegt) und leichtes Unwohlsein (nur leichte Mimik-Veränderung) beim Gurten zeigten.

Die Ergebnisse lest Ihr in dieser Woche auf meinem Blog – jeden Tag stelle ich Euch ein Gurtmodell ganz genau vor, abschließend könnt Ihr dann das gesamte Testergebnis aller Modelle im Vergleich lesen. Welche Kriterien generell wichtig sind bei der Auswahl eines Gurtes für ein Pferd, das Gurtzwang hat oder leichtes Unbehagen beim Gurten zeigt, habe ich Euch hier bei wehorse aufgeschrieben.

Los geht es mit dem ersten Gurt: Dem Stübben Equi-Soft.

Den Stübben Equi-Soft Gurt habe ich in zwei Varianten getestet, als Kurzgurt und als Langgurt. Mit Neoprenauflage und mit Schafswoll-Auflage. Da die Auflagen abklettbar sind, habe ich sie mal am Kurzgurt, mal am Langgurt befestigt.

Das ist gut: Die Druckverteilung

Der riesengroße Pluspunkt des Stübben Equi-Soft Gurtes ist die breite Auflagefläche rund um den Brustkorb. Dadurch, dass der Gurt sich in drei Teile auffächert, wird der Brustkorb von unten und leicht seitlich eingeschlossen. Das klappt tatsächlich richtig gut, ich habe nun auch Schweißbilder von unten und nicht nur vom Sattel! Sie zeigen, dass die flächige Druckverteilung sehr gut funktioniert. Die Platten sind durch Gummiringe verbunden, was die Atmung des Pferdes, also das natürliche Vergrößern und Verkleinern des Brustkorbs, zulassen soll. Inwieweit das funktioniert, kann ich nicht beurteilen – dafür müsste man Videoaufnahmen des sich bewegenden Pferdes von unten sehen. Wenn man den Gurt in der Hand hat, braucht es schon einiges an Kraft, die Platten auseinander zu ziehen. Was ich jedoch beurteilen kann: Durch die flexiblen Ringe können die Platten der Form des Brustkorbs beim Pferd sehr gut folgen. Sie sitzen gut.

Das sagen die Pferde: Nehmen wir.

Die Pferde mochten den Gurt alle sehr gern. Die negativen Reaktionen beim Gurten ließen mehr und mehr nach, während diese Gurte verwendet wurden. Also: Ziel erreicht!

Handling im Alltag – braucht Geduld.

Der Stübben Equi-Soft Gurt ist von der Gleichmäßigkeit des Anzugs her sehr einfach nachzugurten, schön sanft. Das mochten alle Pferde. Wichtig ist, gleichmäßig an beiden Seiten zu gurten, damit der Gurt korrekt sitzt. Man muss sehr gut aufpassen, wie fest man gurtet! Er gibt nämlich gar keinen Druck seitlich ab. Das bedeutet: Der übliche seitliche Griff an den Gurt, um zu fühlen, ob er eng genug ist, funktioniert hier nicht. Selbst im angegurteten Zustand kann man seitlich in die Gurtung mehrere Finger stecken, die Gurte haben seitlich kaum oder keinen Kontakt zum Pferdebauch. Wenn man wissen möchte, wie fest der Gurt sitzt, muss man absteigen und zwischen den Beinen nachfühlen, wie fest die Platten am Bauch sitzen. Tendenziell würde ich den Gurt eher eine Nummer kürzer bestellen, als üblich –  jedenfalls fiel er bei uns eher ein bisschen zu satt aus, als zu kurz. Ich habe ihn sowohl am Endmaß-Reitpony als am Warmblut getestet. Für uns passte das wunderbar. Für noch kleinere Ponys könnte die Plattenform zu groß sein.

 

Material – hervorragend.

Gewundert habe ich mich über das Fellpolster, es fühlt sich etwas rauer an als die Schafwollprodukte, die ich sonst nutze. Stübben konnte mir das gut erklären: Sie haben Schafwolle und nicht angewachsenes Schafffell verwendet. Das hat einen anderen Griff. Die Funktion war hervorragend, bei beiden Polstern, beim Neopren- wie beim Wollpolster. Es gibt für mich daher keine Schwachstellen im Material, das ist alles gut durchdacht. Auch die Schnallen am Gurt fand ich sehr gut: Sie haben keine Rollen, sind aber im Kopf verlängert, wodurch man leichter nachgurten kann.

Pflege – einfach.

Der Gurt ist leicht zu reinigen und nicht pflegeintensiv. Einfach darüber wischen reicht. Ausnahme ist natürlich das Schafwoll-Polster, das wie jedes Schafswoll- oder Fell-Produkt etwas mehr Aufmerksamkeit braucht: Es soll nach dem Gebrauch trocken, wird dann vor dem erneuten Gebrauch ausgebürstet und kann mit Spezialwaschmittel gewaschen werden.

Schwachstellen – bei Salzwasser & Sand.

Ich hatte Sorge, dass die schmalen Gurte seitlich am Pferd scheuern könnten. Das hat sich im Alltag nicht bestätigt. Mit einer Ausnahme: Ich habe den Gurt auch am Strand getestet, hier hatte ich beim Langgurt nach einem Ritt eine Scheuerstelle oben über dem Ellbogen, da wo eben die langen schmalen Gurte entlanglaufen. Ich kann jedoch nicht ausmachen, ob das an mir lag – man muss am Strand beim Putzen nur ein paar Sandkörner übersehen und schon scheuert etwas. Daher würde ich ihn nicht mehr für Ritte am Meer nehmen, wo ich Faktoren wie Salzwasser plus Sand habe. Die nächsten Tage am Meer bin ich mit Lammfell-Überzug geritten und hatte keine Scheuerstellen mehr, der Katscher, ein schmaler Streif, verheilte schnell. Für alle anderen Trainingssituationen wie Halle, Reitplatz und Wald würde ich den Gurt genau so, wie er angeboten wird, immer wieder nutzen. Da hat nie etwas gescheuert.

 

Wünsche – Ein Schoner, bitte.

Wünschen würde ich mir an diesem Produkt daher noch einen Fellüberzieher für die Strippen, der bei solch widrigen Bedingungen wie am Strand mehr Sicherheit gibt, dass nichts scheuert.

Testurteil: Es wirkt.

 

Der Stübben Equisoft Gurt ist definitiv geeignet für Pferde mit schlechter Vorerfahrung beim Gurten und kann bei Gurtzwang deutliche Verbesserungen im Verhalten erzielen.

Die Pferde sagen: Fühlt sich super an. Er hat eine hervorragende Ellbogen-Freiheit, auch als Kurzgurtmodell. Toll finde ich die schmal unterlegten Schnallen.

Das Gurten braucht jedoch einiges an Fingerspitzengefühl. Sehr leicht gurtet man entweder zu fest oder zu locker. Das ist mir selbst passiert, nachdem mir das klar war! Als ich mich beim Aufsteigen mal beeilen wollte, hing ich mit dem Sattel quer am Pferd. Der Gurt war zu locker. Der Gurt braucht nicht nur Erfahrung, sondern auch Muße. Er eignet sich damit nicht für Kinder oder Anfänger. Für erfahrene Reiter, die die Geduld haben, den Gurt jedes Mal beim Nutzen in Ruhe von unten zu kontrollieren, ist er hervorragend geeignet.

 

Da meine Fragestellung war: ‚Welcher Gurt eignet sich für empfindliche Pferde?’ erhält der Stübben Equi-Soft Gurt eine dicke Empfehlung!

 

 

 

Folgende Gurtbesprechungen lest Ihr diese Woche auf www.alifewithhorses.de:

 

  1. Stübben Equisoft Gurt
  2. Pferdefaible Tapestry Komfort Gurt
  3. USG Tekna Gurt
  4. Euroriding Equitation Privilège bzw. Eric le Tixerant Gurt
  5. Mattes Gurt
  6. Resümee & Vergleich

 

Was wir von den Briten lernen können

 

Ihr dürft raten – wo könnte das sein? Wo trainiert man stundenlang im Regen? Ich darf noch nicht viel über dieses Projekt für die Reiter Revue international verraten, außer, dass es großartig war und wird!

 

Von einer Woche Recherchetour in England habe ich so einige Erkenntnisse mitgebracht. Wo ich genau war, darf ich noch nicht verraten. Es wird eine große Reportage für ein besonderes Heft der Reiter Revue international – bei wem ich ganz genau war, erzähle ich Euch, sobald ich darf.  Schnappschüsse und fünf Dinge, die ich da gelernt habe, kann ich schon jetzt mit Euch teilen.  Und diese Sachen kann man gerade jetzt, bei diesem Herbstwetter gerade, echt gut gebrauchen!

  1. Es gibt kein schlechtes Wetter. Ja, kennst Du den Spruch. Aber ich sage Dir: Du kennst ihn nicht. Britisch diesen Spruch verstehen, bedeutet: Drei Stunden im Regen reiten. Geplant. Durch die Pfützen stiefeln, sich vom Regen nicht von irgendwas abhalten lassen. Springtraining? Klar, wenn der Boden griffig genug ist. Dressur? Na klar. Springen auf der Weide? Mit Stollen aber natürlich! Hängerfahren: Logisch. Und bitte nicht zu früh aus dem Sattel steigen: Der wird dann ja nass.
  2. Zweckmäßigkeit ist das Wichtigste. Ich sah da weit weniger Glitzer und neue Kollektionen an den Pferden als bei uns! Wohl aber durchdachte Sachen – ordentliche Gamaschen, wenn gesprungen wird, ein Nathe-Stangen-Gebiss, weil das Pferd auf alles gebrochene aus Metall im Maul nicht gut reagierte. Da tragen selbst **-Reiterinnen, die auch modeln könnten, wenn man sie rein äußerlich betrachtet, ausgeblichene Kappen und einfache Jacken. Das Lederzeug der Pferde sieht aber tipptopp aus.
  3. Matsch ist überbewertet. Holzzäune und Hecken – darin wird investiert. Dass es Matsch gibt an Koppeleingängen – das ist normal. Man braucht eben die richtigen Stiefel, fertig. Es wird nicht alles befestigt, mit Paddockplatten, Unterbauten, Fleecen, wie bei uns.

    Die Belohnung danach – mit dem Parson Jack Russel Terrier im Wohnzimmer. Das war einer der Hunde meiner Gastgeber in England – ziemlich unwiderstehlich!

  4. Einfach reiten. Die Pferde leben zwar überwiegend eher in Boxen oder eben nur auf der Weide, von Paddockboxen, Offenställen und Aktivstallhaltungen im großen Stil ist noch nicht so viel zu sehen. Das mag rückständig sein. Nicht rückständig ist das einfach machen: Die Pferde werden bewegt. Da stehen sich weniger Pferde die Beine in den Bauch als bei uns, wo manche Freizeitpferde bis zur völligen Verfettung nur im Schritt und in Bodenarbeitsspielen bespaßt werden.
  5. Erst mal eine Tasse Tee. Klingt auch nach Klischee, ist es auch. Die Gemütsverfassung dahinter trifft aber auf vieles im Land zu: Der Brite an sich ist abwägend, bewahrt sein Temperament und ist wenig aufbrausend. Ein optimaler Zustand, wenn man mit Pferden agiert. Nicht aufgeregt, nicht langatmig, einfach gleichmäßig smooth!

Noch mehr darüber habe ich Euch drüben im Blog von wehorse aufgeschrieben – auch, wie ich selbst gestern erst das hier oben umgesetzt habe. Also – lassen wir uns von diesem nassen Herbstwetter nicht aufhalten!

Wie Du Deinen Reitersitz schnell immens verbesserst

Jedes Pferd und jede Übung verbessert sich, wenn der Reiter so ideal wie möglich sitzt. Unsere Geheimwaffe dafür heißt Elaine Butler. Foto: Klara Freitag

 

Den Reitersitz verbessern: Ob es ums Aussitzen lernen geht oder um doofe Sitzfehler, die Du an Dir kennst aber nicht abstellen kannst: Es gibt eine Sitzschulung, die Dir da gezielt und wirklich effektiv hilft. Es gibt nur einen Haken daran: Sie ist kein Zuckerschlecken!

Ich meine das Sitzschulungskonzept nach Mary Wanless, genannt ‚Ride with your mind‘. Zwei Mal im Jahr machen wir einen Kurs nach diesem Prinzip, und er ist der Hammer: Effizient hoch zehn. Dafür kommt die Engländerin Elaine Butler zu uns, die allerdings fließend Deutsch spricht. Es ist der Kurs, den ich jedem, egal auf welchem Niveau reitend, absolut empfehlen kann. Allerdings gibt es Input bis um Mitternacht (und das ist nicht ganz sprichwörtlich gemeint!). Aber es hilft. So, so sehr!

Effektiv den Sitz verbessern

Letztens traf ich eine alte Reitfreundin, die von diesen Kursen gehört hatte. „Ich kann mir das gar nicht vorstellen, was ihr da macht!“, sagte sie. Sie ist unheimlich engagiert mit ihrem Pferd, ist selbst Trainerin und bildet sich gern weiter. Tatsächlich gibt es keine Sitzschulungsmethode, die ich ähnlich dazu finde. Also versuchte ich es zu erklären: „Sie erklärt Dir Deinen Körper – Du lernst, unbewusst genutzte Muskulatur gezielt anzusprechen und dadurch verbessert sich Dein Sitz. Das ist so effektiv, dass Du auch direkt eine Veränderung im Pferd siehst!“

Theorie und Turnen für den Reitersitz

Tatsächlich ist Elaine Butler eine echt harte Nuss. Keine andere Trainerin, die zu uns kommt, müssen wir so im Tatendrang bremsen. Sie steht von morgens bis spätabends in der Halle, die Videokamera baumelt um den Hals, und sie filmt gezielt WÄHREND sie unterrichtet, stets nur die Schlüsselsequenzen. „Elaine, wenn wir jetzt nicht aufhören, bekommen wir alle kein Abendessen mehr“, heißt es irgendwann, wenn es längst dunkel draußen ist. Das ist kein Witz, sondern Standard. Ich glaube, Elaine würde bis 24 Uhr mit uns turnen, uns mehr Theorie eintrichtern, uns Bänder um den Körper schnallen, wenn wir sie nicht stoppen würden. Keine Sorge wegen der Pferde – die gehen nicht so lange. Aber der Theorie- und Turnteil ist jedes Mal super intensiv, zudem wird jeder Reiter einzeln in der Videoanalyse besprochen. Danach geht’s mit dem neuen Wissen noch mal aufs Pferd.

Sitzschulung mit Videoanalyse

Dass sie unterrichtet und gleichzeitig filmt ist schon für sich ein kleines Wunder. Schneiden ist nicht nötig – sie wählt schon beim Aufnehmen genau das aus, was Du später auch sehen musst. Das, was nicht gut ist zuerst, dann ihre Korrektur und die verbesserte Form. Tatsächlich funktioniert es jedes Mal. Ich habe noch keinen einzigen Reiter in ihren Kursen gesehen, der sich nicht verbessert hat.

Elaine Butler im Unterricht. Sie kommt am 6. und 7. November 2018 wieder zu uns – Teilnahme ist noch möglich! Infos unter „Kurse“. Foto: Kinga

Input ohne Ende

Allerdings muss man Nehmerqualitäten haben – es gibt Input, Input, Input. Nie unhöflich, das meine ich nicht mit Nehmerqualitäten. Aber man muss es abhaben können, ständig zu hören, was alles noch zu verbessern ist. Und sei Dir sicher: Das hört nicht auf. Ist die eine Baustelle behoben, geht’s mit der nächsten weiter. Uff. Diese Sitzschulung ist jedes Mal eine Herausforderung. Ich mache dennoch jedes Mal wieder mit – weil es mich einfach so sehr weiterbringt. Es ist die effektivste Sitzschulungsmethode, die ich kenne. Wenn Du selbst mal mitreiten willst bei Elaine, schau auf unsere Kursseite – am 6. und 7. November 2018 kommt sie wieder! Noch ist ein Reitplatz zu haben. Nicht verschweigen möchte ich, dass Elaine Butler eine wunderbare Kollegin hat, die jeden Monat bei uns vorbeischaut um auf unseren Sitz zu gucken: Hannah Engler. Sie ist ebenso von Mary Wanless in England ausgebildet worden. Hannah ist unheimlich engagiert, hat ein super Auge, arbeitet mit sehr guten inneren Bildern und hat stets ganz viel Motivation im Gepäck. Was würden wir ohne Dich machen, Hannah! Ihre Homepage findet ihr hier: www.gesundepferde.de

Peinliche Reitermomente, exklusiv für Stammleser

>>> Erkläre mal einem Mann, weshalb Du Dir Franklinrollen unter den Hintern legst – seltsame Situation. Genau das ist mir letztens passiert und dabei ist mir bewusst geworden, was wir alles für komische Dinge anstellen, um besser zu reiten (und das habe ich nur für Dich da reingeschrieben, liebe Ph.!). Diese Situation und drei Geräusche-Übungen aus Elaines Unterricht habe ich Euch hier bei wehorse beschrieben.