Die besten Black Friday Angebote

Satteldecken, Sitz-Trainingsgeräte, Pferdedecken und die schönsten Futteraufbewahrungsboxen. Hier meine Top 6 unter den Black Friday Deals für Pferdeleute.

  1. Rotho
    Sattelkammer aufräumen in chick: Rotho gibt heute 40 %. Das ist der Deal, den ich selbst nutzen werde und meine Futtermittel damit dann einheitlicher aufbewahren kann. Mag nämlich weder die Ikea-Lösung noch sperrige, nicht stapelbare Varianten.
    Die Aufbewahrungsboxen von Rotho sind aus recyceltem Material, super schön und stabil. Haben Design-Awards gewonnen und halten 40 Kilogramm aus.
    >  Recycling 40-L-Tonnen für Futter!
    > Auch ne schöne Lösung übrigens: Putzzeug in Brisen aufbewahren
  2. PS of sweden
    Ich mag ja die Ruffle-Serie von denen, die es heute für 50 % weniger gibt.
  3. Meerschwung
    Bei Laura von Meerschwung gibts heute einige sehr spannende Angebote:
    Den Kippelsitz zum Verbessern Deines Reitsitzes zum Beispiel und ein von ihr getestetes (und darauf kann man sich verlassen) Massagegerät mit Wärmefunktion.
  4. a life with horses
    Bei mir kannst Du Adventskalender im 10er Pack kaufen, nur heute noch. Extrem viel günstiger als einzeln! Du sparst mehr als 100 Euro und hast Geschenke für viele Freundinnen und Kundinnen.
  5. Agradi 
    ist sowieso immer eine super Adresse für den besten Preis bei Pferdedecken, jetzt aber nochmal besser: Rambo Ausreitdecke (der Klassiker in gelb-gestreift) für 70 Euro statt 90 Euro. Die hochwertigste Decke ever: Rambo-50gr-Outdoordecke de für 338 Euro statt 451 Euro. Das Tchibo-Like-gute-Gebrauchsqualität-Pendant: Die Amigo-50gr-Decke zum Beispiel für 85 Euro oder die Shires-Outdoordecke mit 100-gr, das ist mein Geheimtipp, bin ich sehr zufrieden mit, für 73 Euro. Oder die Back-on track-Netzdecke minus 20 Prozent. Oder mein Back-on-track-Helm mit Seitenaufprallschutz, immerhin mit 10 Prozent Rabatt, damit um die 200 Euro, es gibt dafür echt selten Angebote.
  6. Stübben
    Okay, eins noch: Stübben. Gebisse und Sicherheitswesten ansehen lohnt sich. Ansonsten: Schlicht und qualitativ hochwertig, bei Schabracken zum Beispiel. 


    Also: Happy shopping.
    Das hier ist Werbung da Markennennung.

Der neue Kurs CARRY ME THROUGH

133 Tage, die Dich und Dein Pferd besser da stehen lassen als je zuvor

Ich hatte da eine Idee, Anfang September.

Ich wollte einen Kurs anbieten, der einfach perfekt ist, um durch den Winter zu kommen. Die lange Strecke: Bis dass die Sommerzeit wieder beginnt.
Damit es ein Winter wird, nachdem das Pferd besser da steht als sonst.
Damit es ein Winter wird, bei dem man nicht über Dunkelheit flucht, sich nur verstecken will, sich mit Regen und kalt und bah beschäftigen muss.

Ich wollte den krassen Spirit, den wir bei EMBRACE erschaffen, auf die lange Strecke bringen.


Und dann hab ich das gemacht.
Und den besten Kurs erfunden, den ich mir vorstellen kann: CARRY ME THROUGH heißt er, und er soll Dich und uns durch den Winter tragen.

Alles viel leichter machen. Es ist für alles gesorgt. Du bekommst einen Personal Trainer an die Seite gestellt, eine Ausbilderin der Extraklasse, wir haben einen der Top-10 der Weltrangliste Dressur dabei, Mindset-Sessions und und und. Vor allem wollte ich es nicht nur online haben, sondern so, dass Ihr es auch daheim sehen und anfassen könnt. Es gibt daher auch Überraschungsboxen nach Hause.

Guckt es Euch an. Es beginnt am 11.11.2022, noch kannst du teilnehmen. In der Gruppe oder als eine von 3 VIPs. Alles über das Programm findest Du HIER.

Grünzeug, Baby

Ampfer auf Pferdeweiden und wie Du ihn los wirst

 –  about an unhealty relationship – 

Ampfer mit Wurzelballen
Jagderfolg: Wenn der Ampfer mit Wurzel draußen ist, hast Du gewonnen.

Das bin ich und meine Lieblings-Hasspflanze, der Ampfer. Kennen alle von Euch, die Pferdeweiden pflegen. Das Zeug vermehrt sich, ist hartnäckig, hat Beton-Pfahlwurzeln und ist extrem ausdauernd. Wir leben mit dem, mehr oder weniger. Es wird bei uns in der Region auch Ochsenblatt genannt, ganz korrekt wäre Stumpfblättriger Ampfer. Es hat nichts mit Sauerampfer zu tun! Der hat schmalere, länglichere Blätter und verbreitet sich nicht so extrem wie eben dieser hier.

Achtung, damit könnte man Leute töten. Bester Ampferstecher von Welt.

Drei Tipps und eine Erklärung, wie ihr aus dieser toxischen Beziehung raus kommt. 

Erster Tipp:
Kauft Euch für 70 Euro dieses Gerät: den Ampferstecher (dies ist kein affiliate-Link, trotzt amazon). Es wird alles extrem erleichtern. Nach billigen Fehlkäufen habe ich dieses bei einer Freundin mal ausgeliehen und dann sofort bestellt. Macht einen Unterschied. Selten so gern geerntet, denn es zieht tatsächlich die Dinger mit Wurzel raus. 

Ampfer-Samen bleiben 70 Jahre keimreif. Daher: entsorgen.

Zweiter Tipp:

Ist die Fläche zu groß fürs einzeln rausziehen und Du möchtest nicht spritzen (was hocheffektiv ist, aber eben Chemie): Schneide ihn ab. Das hilft jedoch nur, wenn Du es zum richtigen Zeitpunkt machst. Erst dann schneiden, wenn der Speicherstoff oben in der Pflanze ist. Das ist der Fall, wenn die Pflanze sich zwischen Blühen und Samenbildung befindet. Nur zu diesem Zeitpunkt wird der Ampfer durch das Schneiden geschwächt. Diese Empfehlung habe ich mal in einem Interview mit jemandem bekommen, der sich beruflich mit solchen Unkräutern auf Weiden seit Jahrzehnten beschäftigt.

Damit Du das Problem nicht jedes Jahr hast: Die abgeschnittenen Pflanzen müssen weggeschmissen werden. Sie gehören nicht auf den Mist, nicht auf den Kompost, nicht neben die Weide! Denn die Pflanze reift abgeschnitten nach und der Samen hält sich jahrelang, habe mal 70 Jahre lang gehört. Selbst wenn es nur sieben Jahre wären – das ist zu viel! 

Ampferstecher in Nutzung
Zutreten, hebeln, raus mit dem Ding. Geht wirklich gut!

Pferdeweiden pflegen

Dritter Tipp: 

Nachsäen, da wo Lücken in der Grasnarbe sind. Setzt sich dort was an, was Du haben möchtest, sind die Chancen höher, dass der Ampfer sich da nicht oder weniger oft hinsetzt.

Wurzelballen Ampfer auf Pferdeweide
Manche Wurzeln brechen, dennoch ist es die effektivste Methode.

Die Erklärung: 

Eigentlich ist der Ampfer da, damit braches Land in luftige Erde verwandelt wird. Deshalb auch die Pfahlwurzel. Die macht den Boden lockerer. Ampfer kommt da vor, wo viele Lücken in der Grasnarbe sind. Oder wo etwas neu angelegt wurde. 

Ampfer in Blüte
So sieht er aus: die Samen erst grün, irgendwann rostrot.

Mindset bei Unkraut

Jakobskreuzkraut und Ampfer auf der Weide

Noch ein Gedanke, wie Du den Ampfer weniger ernst nimmst. (Weg sollte er, aber das war es dann auch. Mehr Gedanken an ihn brauchst Du nicht verschwenden.) Seit es Jakobskreuzkraut gibt, ist der Ampfer nur noch ein müdes Lächeln wert. Es gibt so viel problematischere Pflanzen. 

Alles Perspektive, alles, immer. 

Beerbaum Kommentar

Ich hab die Schnauze voll. 

Von Profis, die mir meinen Ruf als Reiterin versauen. 

Ich finde es bedenklich, dass mich Bekannte fragen: 

„Echt jetzt, ein Pferd kann Spaß daran haben, geritten zu werden?“

Oder: 

„Was, Du benutzt eine Gerte?“
 (aka: Du schlägst es?!)

Sie haben Recht, das zu fragen, diese Menschen. 

Weil der Reitsport in der Öffentlichkeit so dermaßen schlecht da steht.

Die Olympischen Spiele in Tokio: Die Fünfkämpferin und ihre Trainerin. Ja vielen Dank auch. Ein Bärendienst für jeden, der mit Pferden zu tun hat, war das.

Was hängen bleibt, in der breiten Masse: Reiterinnen sind Tierquäler.

Der Fall „Barrt Beerbaum?“ jetzt. 
Und seine Haltung: „Was denn?“

Die FN dazu: „Jetzt mal gaaaaanz langsam. 2020. 2021. Schnarch.“ 

Zwei Beispiele, die Kette ist endlos fortzusetzen. 

Es kotzt mich an. Ich möchte nicht so in der Öffentlichkeit vertreten werden. Ich möchte gute Vorbilder in der breiten Masse. Ich möchte Verantwortung gelebt sehen. 

Und das sehe ich zu wenig. 

Zu wenige Profisportler checken ihre Verantwortung und Vorbildfunktion. 

Und die FN ist zu langsam, zu behäbig, zu bürokratisch und so was von nicht-mutig, dass es mich doch jedes Mal von Neuem überrascht. Das muss man erst mal hinbekommen!

Von der FEI mal ganz zu schweigen. Das ist nochmal ein ganz anderer Sumpf, und da habe ich schon viel Hoffnung verloren. Bei der FN sitzen aber auch einige vernünftige Menschen. Die irgendwie nicht durchschlagend zu sehen sind, öffentlich. Für mich bedeutet das: Da ist noch etwas Hoffnung. 

Grundsätzlich aber gilt leider: Wir haben Vetternwirtschaft, hohe finanzielle Abhängigkeiten und viele, viele Fähnlein im Winde im Reitsport. 

Das geht mich was an, und zwar egal, ob ich Turnierreiter bin oder nicht: 

Ihr macht mein Ansehen in der Gesellschaft mit aus. Und das macht ihr denkbar schlecht. 

Danke für nichts. 

Eine frustrierte Reiterin, die zufällig auch noch mit Reitsport ihr Geld verdient. 
Als Fachjournalistin. Und hier nicht auf Kollegen schimpfen wird. 
Gebt keinen Anlass, so was zu berichten, so einfach ist das. 

P.S.: Quellen und Stellungnahmen sind in den Kommentaren.

Zu Besuch auf Goting Cliff

Die letzten Tage habe ich auf Goting Cliff verbracht, dem Hof von Svea Kreinberg und Stefan Schiefelbein in Norddeutschland. Ich war für das Magazin Cavallo dort, um über einen besonderen Kurs zu schreiben: Laura Wilsie war da, aus den USA, die Horse Speak unterrichtet. Ein Kurs, auf den ich zwei Jahre gewartet habe. Weil ich nach einer Vorführung auf der Equitana 2019 wusste: Das ist eine neue Ebene. Neben all dem, was Horsemanship zu bieten hat, ist das ein komplett neuer Ansatz.

Ausbilderin Svea Kreinberg
Ausbilderin, Pferdemensch und trotz Westernoutfit in keine Schublade zu stecken: Svea Kreinberg.

Ich hab danach natürlich sofort die Wilsies, Laura und Sharon, angeschrieben. Es gab viele Mails, ein Interview, aber wegen Corona kam kein Kurs in Deutschland zustande. Jetzt schafften es Svea und Stefan, Laura Wilsie zu holen. Wie genau dieser Kurs war, das schreibe ich für Cavallo auf. Nur ganz kurz: Ich bin eher noch begeisterter als zuvor, denn Horse Speak ist keine Trainingsmethode,  sondern erklärt und imitiert, ja nutzt Pferdekörpersprache auf eine Art, die ich nicht aus irgendeinem anderen Konzept kenne. 

Svea Kreinberg und Stefan Schiefelbein
Die beiden führen den Hof gemeinsam: Svea Kreinberg kümmert sich um Unterricht und Ausbildung, Stefan Schiefelbein um Events, Shop und das Kochen.

Glamping auf Goting Cliff

Der Ort von Svea und Stefan ist besonders – und deshalb möchte ich Euch davon erzählen. Die beiden schaffen es, eine Atmosphäre auszubreiten, die es allen einfach macht. Es ist offen, ungezwungen.

Svea Kreinberg schäkert und erzählt mit einer Freundin in der Mittagspause vom Kurs, während sie den einen Hundewelpen auf dem Arm hat und zwischendurch der alten Hundeoma zu ihren Füßen den Mantel zurechtrückt.  Ihre Stimme ist auffallend weich, mädchenhaft. Ihr Mann steht hinter einem Tresen auf dem Hof und gibt selbstgekochtes Essen aus. Die beiden könnte man sich auch an einer Strandbar vorstellen oder als Betreiber eines Modegeschäfts, in dem man sich aber fühlt, als wenn man Freunde besuchen würde. Sie können das einfach, es sich und anderen schön machen. Obwohl es natürlich ganz klar ist, dass das alles hier harte Arbeit ist, keine Frage. 

Glamping Bauwagen
Der Glamping Bauwagen mit Freiluft-Zinkbadewanne davor.

Zwischen Wohnhäusern und Reithalle steht ein besonders schöner Bauwagen, ein Glamping-Wagen mit Lichterkette und Zinkbadewanne davor. In diesem und in zwei weiteren Bauwagen auf dem Hof kann man Urlaub machen, oder in einer der Ferienwohnungen, die wie Cottages eingerichtet sind. Alles verteilt sich auf reichlich Platz hier, es gibt einen See, einen Reitplatz, eine Halle – und viele leere Boxen. Denn alle Pferde stehen draußen. Immer! 

Svea Kreinberg und Platon
Svea Kreinberg und Vollblutaraber Platon, der wie alle Pferde hier ein Leben komplett in der Herde verbringt.

Pferdehaltung komplett als Herde draußen

Es sind um die 50 Pferde, in einer Stuten und einer Wallachherde, „wir rechnen einen Hektar pro Pferd“, erklärt Stefan Schiefelbein. Der norddeutsche Sandboden ist auch jetzt, Ende November, noch gar nicht matschig. Der Baumbestand auf den Weiden gibt etwas Schutz  – auch Unterstände, aber „die nutzen sie eher im Sommer, im Winter steht kaum ein Pferd darin.“ Allenfalls im ersten Winter in der Herde tragen neue Pferde Decken, danach kommt bisher jedes auch ohne klar. Nur zwei Pferde mit Stoffwechsel-Problemen haben ihren eigenen großen Paddock und keinen dauerhaften Zugang zum Gras.


Zugefüttert wird mit Heu in den Wintermonaten, zweimal im Jahr wird gemulcht, einmal geplochert, entwurmt wird auf der Weide und zwischendurch per Kotprobe kontrolliert: Es klingt so simpel dass man es fast nicht glauben mag, dass das funktioniert. Aber das tut es! „Wenn ich neue Pferde integriere, stelle ich sie mit den Ranghohen erst an den Hof und dann mit diesen gemeinsam später zur Herde“, erklärt Svea Kreinberg. Neben den zehn eigenen Pferden gibt es 40 Einstallerpferde. „Fluktuation haben wir aber fast nur durch Umzüge oder wenn ein Pferd stirbt“, erklärt sie. 

Für Senioren: Wohnen mit Pferden

Haus Norddeutschland Goting Cliff
Eines der Häuser auf Goting Cliff.

Ein ganz neues Konzept entsteht gerade bei Ihnen: Sie möchten gern Wohnen mit den eigenen Pferden für Menschen anbieten, die aufgrund ihres Alters nicht mehr die Pferde zuhause halten können. Quasi ein betreutes Wohnen für fitte Senioren, die die Versorgungstätigkeiten rund ums Pferd abgeben wollen, aber die Nähe zum Pferd behalten möchten. „So wie das jetzt bei meiner Mama war“, erklärt Svea Kreinberg. Die auf Tiermotive spezialisierte Malerin zog nach 20 Jahren in Frankreich jetzt wieder zurück nach Goting Cliff. Zurück, weil die Familie schon vor Jahren auf dem Hof beheimatet war. Ihre Quarterstuten, die sie aus Frankreich mitbrachte, erkannten übrigens nach 20 Jahren den Hof und die Herde wieder: „Die Stuten sind mit 9 Jahren hier weggegangen und nun nach 20 Jahren wiedergekommen. Ich habe auch noch alte Stuten aus dieser Zeit, und die haben sich sofort begrüßt, sich klar wiedererkannt“, erzählt Svea Kreinberg. 

Blick auf die Cottages auf Goting Cliff
Blick auf die Cottages auf Goting Cliff

Zu den geschäftigsten Zeiten beherbergten die Kreinbergs eine Hengststation für Quarter- und Araberzucht hier, neben Reitunterricht, Beritt- und Trainingspferden kamen noch die Kurse hinzu, plus Feriengäste. Svea Kreinberg, sofort nach der Schule in den Familienbetrieb eingestiegen, führte jahrelang die Hengststation und war für den Unterricht zuständig. Ein Knochenjob für die ganze Familie. „ Was ich von meinem Papa in dieser Zeit gelernt habe, ist: Achtsam zu sein und geistig da. Vorauszuschauen und zu fühlen. Er trainierte manch lebensgefährliche Pferde und hat sie wieder hinbekommen. Vor allem lernte ich von meinen Eltern respektvollen Umgang mit Pferden.“ 

Ihr Vater Peter Kreinberg

Ihr Vater Peter Kreinberg, der in seiner The Gentle Touch Ausbildungslehre Trainer ausbildet und bekannt dafür ist, ein sehr ganzheitlich arbeitender Horseman zu sein, lebt nicht hier in Norddeutschland, sondern seit vielen Jahren mit seiner zweiten Frau Rika in der Mitte Deutschlands. 

Noch mal zurück zu den alten Zeiten von Goting Cliff: Die Kreinberg-Familie ging in den 90ern einen ganz eigenen Weg in der Westernszene: Zuvor hocherfolgreich, entschieden sie sich gegen weitere Teilnahme an Turnieren. „Die Turnierszene wuchs, und irgendwann war klar: wer oben mitmischen will, muss die Pferde auch schon mal härter anfassen“, erzählt Svea Kreinberg. Das wollten sie nicht. Und fanden einen alternativen Vermarktungsweg: Schaubilder, Messen. Heute ist so etwas in der Freizeitszene ganz normal, damals wurde das zunächst von der Konkurrenz belächelt. „Doch Jahre später saßen immer wieder Westerntrainer und Reiter bei uns am Kaminfeuer und sagten: ‚Ihr habt’s richtig gemacht!’“ 

Welpe Bulldogge
Der jüngste Familienzuwachs: Eine kleine Bulldogge.

Die bestens ausgebildeten Geländepferde

Interessant ist, dass neben dem berühmten Vater die Mutter von Svea Kreinberg einen gehörigen Teil zum Können der Tochter und dem Gesamtkonzept Goting Cliff zusteuerte: Edith Schreiber gründete das Gestüt, sie war es, die viele Kontakte zu Horsemen und Leuten der Western-, Araber- und Quarterszene pflegte. Und sie bildete penibel aus: „Meine Mutter hat immer die am besten ausgebildeten Pferde im Gelände“, erzählt Svea Kreinberg, „wenn jemand ein Pferd brauchte, hat er sich immer bei ihr eins geliehen, weil die auf den Punkt funktioniert haben.“

Was ist der Unterschied zwischen Svea und ihrem bekannten Vater Peter Kreinberg? Das habe ich die beiden mal vor Jahren gefragt, als ich ein Portrait über Svea für das Magazin Pferdemarkt schrieb. Damals antworteten sie so: „Mein Vater ist Pferdetrainer, ich bin Reitlehrerin“. Er sagte über sie: „Svea erkennt sehr schnell die wahren Stärken und Schwächen eines Pferdes und zeigt dann der Schülerin oder dem Schüler einen individuellen Weg auf.“ Den Leuten etwas beibringen, das sie tatsächlich voranbringt, das ist ihr Steckenpferd geworden. „Versteht der Schüler gewisse Zusammenhänge, dann ist vieles gleich angenehmer, und er hat ein zufriedeneres Pferd.“ 

auf den Pferdeweiden von Goting Cliff
Mit Laura Wilsie auf den Pferdeweiden von Goting Cliff, auf denen die Pferde 365 Tage im Jahr ihre Zeit verbringen.

„Ich möchte Menschen kompetent machen“

Was genau unterrichtet sie denn? Heute erklärt sie das so: „Die meisten Leute, die zu mir kommen, suchen einen anderen Weg mit Pferden“, erzählt Svea Kreinberg. „Es sind oft die, die anderen Ställen belächelt werden.“ Sich auf eine Reitweise festlegen? „Will ich gar nicht! Ich möchte mich nirgends verorten. Mein Ziel ist es, dass sich Reiter und Pferd wohlfühlen und dass es sicher für beide ist. Ich möchte die Menschen auf einen guten Weg bringen und sie so festigen, dass sie hingehen können, wo sie wollen. Dass sie verstehen, was sie machen, dass sie hinterfragen können und auch Kompetenz besitzen, später allein zu entscheiden. Dass sie selbstständig werden und zu jedem gehen können und sich das rausziehen können, was sie brauchen.“ Pferdeleute kompetent machen, das fehle ihr nämlich in ganz vielen Ausbildungssystemen.

Der Wilsie Kurs hat einen ziemlich guten Querschnitt davon gezeigt, wie sie das hinbekommt. Da waren als Zuschauer und Teilnehmer versammelt: Alte Bekannte, die seit Jahrzehnten Pferdebetriebe führen, Menschen, die Ställe leiten, die etliche Pferde ausgebildet haben. Aber auch Einsteiger, Männer mit ihrem ersten Pferd, Töchter und Dressurreiterinnen, die einen anderen Ansatz mit Pferd suchten.

Was alle hatten: Den Willen, ein echt guter Pferdemensch zu werden.

Accessoires auf Pferdehof Goting Cliff
Überall auf dem Hof finden sich Accessoires zum Hofleben.

Infos zu Kursen und Übernachtungen: www.goting-cliff.de
Übernachtungen zwischen 35 und 90 Euro pro Nacht
Ein Shop für Westernstiefel gehört auch zum Konzept.