Wie Du Jakobskreuzkraut erkennst und was gegen Ampfer hilft

Der Schreck aller Pferdeleute ist gelb blühend und heißt Jakobskreuzkraut. Aber noch nicht mal Profis erkennen die Pflanze sicher. Mich rief mein Nachbar,  Landwirt, vergangenes Jahr an und sagte: „Du hast Jakobskreuzkraut auf der Wiese stehen!“ Ich war natürlich alarmiert (vielleicht war das auch nur ein Test?). Ich fuhr zu Wiese und entdeckte, ja, blühende gelbe Pflanzen. Aber es war bloß das harmlose Wiesenpippau, das eine ganz andere Blütenform hat als das Jakobskreuzkraut. Keine einzige Giftpflanze stand auf der gesamten Wiese. Deshalb: Selbst schlau machen!

Vorurteil: Gelbe Blumen sind Jakobskreuzkraut und müssen ausgerissen werden.

Es gibt noch allerlei andere gelbblühende Pflanzen, mit denen das giftige Jakobskreuzkraut gern verwechselt wird. Rainfarn zum Beispiel, Wiesenpippau oder Johanniskraut.

So erkennt man Jakobskreuzkraut sicher

Sichere Kennzeichen: Es hat 13 Blütenblätter! Gemeint sind die äußeren, länglichen Blütenblätter, korrekt heißen sie Zungenblütenblätter. Die inneren sind so klein, dass man sie gar nicht als Blütenblätter wahrnimmt sondern als Blüteninneres. Nachzählen hilft also, wenn man sich unsicher ist. Schon dabei Handschuhe tragen, auch für den Menschen ist die Pflanze und ihr Saft giftig! Typisch ist auch der violettfarbene Stängel. Das trifft aber auch nur auf mehrjährige Pflanzen zu, vor allem im ersten Jahr ist Jakobskreuzkraut schwieriger zu erkennen. Es ist eine grünblättrige Rosette, deren Blätter bodennah ausgebreitet sind zu sehen. Auf der Seite vom Arbeitskreis Kreuzkraut e.V.. ist gut dargestellt, wie junges Jakobskreuzkraut aussieht. 

Ein Stängel Jakobskreuzkraut und das Pferd ist tot!

Jakobskreuzkraut kann schlimme Folgen für die Gesundheit haben, aber von einem Stängel stirbt kein Pferd. 40 Gramm einer Frischpflanze reichen jedoch schon pro Kilogramm Körpergewicht Pferd, um tödlich zu wirken. Bei einen Kleinpferd sind es 15 Kilo Futter oder 2 Kilogramm Heu. Natürlich haben aber weitaus geringere Mengen Jakobskreuzkraut im Futter Folgen für die Gesundheit! Die Giftstoffe lagern sich in der Leber an, die Konsequenzen sind schleichend. Daher ist mit Jakobskreuzkraut nicht zu spaßen. Entsorgt werden sollte es in einer Tüte verschlossen im Müll. Nicht auf den Misthaufen werfen!

Gegen Ampfer hilft nichts. Außer Chemie.

Stumpfblättriger Ampfer, bei uns auch Ochsenblatt genannt, ist wirklich meine Hasspflanze. Ich dachte, ich weiss alles darüber: Oft ein Anzeiger für Kalkbedarf, Samen bleiben 70 Jahre lang fruchtbar, nur von Hand ausstechen samt Wurzel hilft, wenn man nicht spritzen will oder darf. Doch dann hatte ich letztens ein Interview mit jemandem, der sich in der Grünlandwirtschaft so richtig gut auskennt und habe etwas Neues gelernt: Zum richtigen Zeitpunkt geschnitten schwächt das Schneiden die Pflanze so, dass man gute Chancen hat, sie los zu werden.

Ampfer auf Pferdeweiden durch den Schnitt zum richtigen Zeitpunkt verdrängen

Der Schnittzeitpunkt ist das Wichtige: Dann, wenn die Kraft der Pflanze nach oben wandert, im Stadium zwischen Blüte und Samen. Vorsicht, das Zeitfenster ist eng, eine Woche nach der Blüte ist der Samen schon keimfähig. Dennoch ein hervorragender Tipp für alle, die zu viel Ampfer haben, als dass man ihn per Hand erledigen könnte! Spannend auch dieser Versuch, Ampfer mit Heißwasser zu töten. Interessant ist, dass in dem Beitrag auch gesagt wird, dass nur die ersten 10 Zentimeter Wurzel der Pflanze austriebsfähig ist. Das ist doch eine gute Nachricht auch für die, die ausstechen, und nicht immer jeden Fitzel der Wurzel erreichen!

 

Bei wehorse habe ich übrigens mal aufgeschrieben, welche Vorurteile ich so bezüglich der Weidehaltung hatte und was sich erfüllt hat, und was nicht. Es geht darum, wie gesund Weidboden für Hufe ist, ob man es in seinen Alltag integriert bekommt, abzuäppeln und ob das Pferd auf der Dauerweide an Kondition verliert.

Elaine Butler Sitzschulung: Tipps für Pferde mit viel Schulterfreiheit

Elaine Butler war zum Sitzschulungskurs bei uns und hat uns wieder mal neue Welten eröffnet! In meiner Reiteinheit ging es um zwei Dinge ganz besonders: Die Hinterhand im Trab zu aktivieren einerseits. Und im Galopp korrekter zu sitzen.

Portraitbild Elaine Butler

Elaine Butler erklärt die korrekte Oberschenkelposition.

Trabarbeit reeler machen

Was für eine Kraft der Bilder und Gedanken beim Reiten haben, wurde mir hier wieder mal klar. Unser Pony Chamonix hat eine enorme Schulterfreiheit. Zudem wird sie gern eilig, statt reel hinten Kraft aufzunehmen. Die Folge ist, dass die Dreiecke, die die Pferdebeine in der Bewegung bilden, bei ihr vorn meist größer sind als hinten. Eine Idee davon kann man bei diesem Foto von ihr auf Instagram bekommen – allerdings ist die Perspektive hier so gewählt, dass es noch krasser aussieht, als es ist. Auf diesem Foto hier von Chamonix ist es relativ gleichmäßig, aber immer noch eine Idee verschoben: Wer genau hinsieht, erkennt, dass die Vorderbeine ein leicht größeres Dreieck bilden als die Hinterbeine. Es ist noch schwierig, die Hinterhand so aktiv zu halten, dass die Bewegungen vorn und hinten zueinander passen. Also die Röhrbeine in der Bewegung parallel bleiben.

Die Hinterhandaktivität verbessern

Meine Aufgabe sollte sein, vorn an Arbeitstrab zu denken und bei der  Hinterhandbewegung an Mitteltrab zu denken. Nur zu denken, mir das Bild vorstellen. Natürlich macht man dadurch auch unbewusst etwas anders – ich vermute mal, dass ich die Schulter dadurch etwas gebremst habe und zugleich mehr nachgetrieben habe. Tatsächlich sagte Elaine „Ja, besser!“, also reagierte Chamonix darauf. Sie ging dadurch gleichmäßiger.

Reiterbein im Sattel

Gute Idee von Elaine Butler: Die Schabracken-Schlaufen nutzen, um die eigene Hand zu überprüfen!

Elaine und Philippa, mit der ich die Kurse organisiere.

 

Eine Übung für den Reiter

Eine praktische Übung für einen noch besseren Trab habe ich auch erhalten: Ich sollte je zwei Trabtritte stehen, einen sitzen. Dadurch schwingt man die Hüfte an den höchstmöglichen Punkt, wo man zum Stehen kommen kann. Der Hüftbeuger öffnet sich weit. Genau das sollte ich dann auch im normalen Leichttraben machen. Dadurch werden die Tritte des Pferdes größer und zugleich leiser. Es ist gar nicht so einfach, den idealen Standpunkt zu finden, probiert es mal aus! Bei mir hat es ein paar Versuche gebraucht, um dabei nicht hinter die Bewegung zu kommen.

Im Galopp besser sitzen

Soll der Reiter den Sattel im Galopp auswischen, ja oder nein? Diese Frage wird häufig diskutiert und auch sehr unterschiedlich gelehrt. Im vorherigen Kurs mit Elaine habe ich gelernt, meine Sitzbeinhöcker im Galopp diagonal zu nutzen. Das hatte mit der Stute Ailena einen fühlbaren Effekt: Das Einspringen in den Galopp war weitaus einfacher und flüssiger dadurch. Wechselt der Reiter vom Trab in den Galopp, dann führt der Reiter die Sitzbeinhöcker von einer parallelen Stellung in eine minimal diagonale. Das kann man erspüren, wenn man sich zur Trockenübung auf die eigenen Hände setzt und die Sitzbeinhöcker jeweils auf den Mittelfinger platziert. Möchte man jetzt linke Hand galoppieren, dann würde der rechte Sitzbeinhöcker zurück auf den Ringfinger rutschen und der linke Sitzbeinhöcker hoch auf den Zeigefinger. Im Galoppsprung selbst wird dann hinten-vorn-hinten-vorn diagonal betont. Soweit Stufe Eins!

Galopphilfe im Detail

In diesem Reitkurs sollte ich die Bewegung noch verfeinern. Es sollte leicht mehr Gewicht auf dem äußeren, hinteren Sitzbeinhöcker bleiben. Dieser sollte auch an seinem Platz bleiben. Der innere Sitzbeinhöcker sollte die Bewegung Ausgangsposition – nach vorn – Ausgangspositition – nach vorn ausüben. Das klingt kompliziert – tatsächlich fand ich es gut umsetzbar!

Reitbommeln aus der Satteldecke für ruhigere Hände

Im Kurs fand ich zwei Dinge noch besonders spannend. Elaine nutzte die Schabrackenschlaufen für eine Reiterin, um mit diesen in den Zügelfäusten die Bewegungen der Hände noch besser fühlbar zu machen. Ein super Trick! Schließlich gibt es so ähnliche Utensilien zu kaufen, genannt Reitbommeln. Doch die Schabracken-Schlaufen hat ja jeder sowieso dabei. Ausführlich habe ich Euch die Handhabung drüben bei wehorse beschrieben.

Aussitzen lernen

Ein häufig gewünschtes Thema bei der Sitzschulung ist auch das bessere Aussitzen. Welche Möglichkeiten Elaine dafür zeigte, habe ich auch jurz drüben bei wehorse angesprochen. Das ist jedoch so ein großes Thema, da wird glaube ich mal ein eigener Artikel für notwendig!

Welche Sitzschulungsthemen sind denn die Euren? Wobei würdet Ihr Euch gern verbessern?

E-Book Rezension: Trainingslehre für das Pferd

 Dieser Beitrag enthält Werbung, denn Ihr könnt das E-Book gewinnen!

Alles über die Muskulatur und den Aufbau der Muskulatur beim Pferd. Erinnert Ihr Euch noch an den Blog Hippothesen von Iris Wenzel? Ich hab’ schon mal ein E-Book von ihr hier vorgestellt, das ich beeindruckend gut gemacht fand und das tatsächlich neue Erkenntnisse brachte. Es hieß „Ursachen und Auswirkungen der diagonalen Einbeinstütze im Trab“. Jetzt gibt es etwas Neues von ihr, und zwar das E-Book „Trainingslehre für das Reitpferd – Muskulatur und Tragfähigkeit“.

Also, wie ist das?

Auf 76 Seiten ist diesmal Basis- und weiterführendes Wissen zusammengestellt. Was ich ja immer sehr mag, ist, dass da Quellenangaben drin sind. So ähnlich wie in einer wissenschaftlichen Arbeit. Das mag ich, denn dann habe ich den Eindruck, da hat jemand ordentlich recherchiert und ich könnte, wenn ich wollte, da in diesen Quellen auch noch tiefer in die Materie einsteigen. Also: Schon mal ein Fleißsternchen für die Autorin!

Die Muskulatur des Pferdes

Richtig punkten kann das E-Book mit seinen Kapiteln zur Muskulatur. Da fand ich Tabellen, Fakten und Erklärungen, die einem ansonsten nicht so gut aufbereitet über den Weg laufen. Zum Beispiel auch, welche Muskelfasertypen je nach Pferderasse vorwiegend vorliegen. Oder, wie sich der Muskelaufbau konkret beim alten Pferd verändert.

Was bedeutet Trageerschöpfung?

Zudem wird hier endlich mal genau erläutert, was der hippe Begriff „Trageerschöpfung“ denn genau meint. Und zwar ohne viel Gefasel, sondern mit handfesten Merkmalen und Trainingstipps dazu. Sehr gut!

Wie anstrengend ist Dressurreiten für das Pferd?

Was ich in dem E-Book besonders mochte, sind viele spannende Zahlen und somit Fakten. Zum Beispiel steht da: „Pferde verlieren an sonnigen Tagen durchaus bis zu 10-30 Liter Schweiß pro Tag über die Haut und den Atem.“ Wow! Das sind ein bis drei Eimer voll! Super spannend auch das Kapitel über die unterschiedlichen Herzfrequenzen je nach Nutzungsart und Leistungsklasse des Pferdes. Ein Beispiel: „Die Herzfrequenzen während der dressurmäßigen Arbeit von Pferden auf L-Niveau liegen im Mittel bei 99 Schlägen pro Minute, während Pferde auf S-Niveau mit durchschnittlich 109 Schlägen/min trainiert werden.“ Oder auch die Erläuterungen zu den diversen Muskelfasertypen, und warum es alleine daher auch Sinn macht, Vollblüter in der Sportpferdezucht zu nutzen. Das ist natürlich auch ein Steckenpferd von Iris Wenzel, schließlich ist sie Züchterin von Pferden mit viel Blutanteil (auf ihrem Blog zur Zucht, Springblut.de, ist das schön erklärt und vorgestellt).

Trainingsplan und Fütterung für die Muskulatur

Was ich nicht so mochte, war der etwas lieblose Trainingsplan am Ende, eine Kopiervorlage, die den Charme einer Exceltabelle hat. Das Kapitel über Zusatzfuttermittel ist mir auch ein bisschen zu dünn oder vielmehr zu einseitig. Bei Iris Wenzel gehe ich von maximaler Tiefe aus und das hat dieses Kapitel nicht. Schade!

Sehr gut zum Lernen: Die Blickschulung im E-Book

Übrigens eignet sich das E-Book auch für Menschen, die an ihrer Blickschulung feilen wollen. Es sind zahlreiche gut ausgesuchte Bilder darin enthalten und der Text erklärt sehr fundiert, welche Muskelgruppen welche Aufgaben haben.

 

Gewinne das E-Book

Fazit: Lesenswert! Besonders die Kapitel über die Muskulatur und die Trageerschöpfung finde ich wirklich richtig gut. Ich würde es auch regulär kaufen und es weiterempfehlen! Du kannst aber auch eins gewinnen, denn ich darf zwei E-Books „Trainingslehre für das Reitpferd – Muskulatur und Tragfähigkeit“ von Iris Wenzel im Wert von 24,90 Euro verlosen. Mitmachen geht so: Hier den Blogartikel kommentieren und mir erzählen, wie Euer aktueller Trainingsplan pro Woche aussieht. Wieviel wovon macht Euer Pferd? Die Verlosung startet am 13.05.2019 um 13 Uhr und endet am 16.05.2019 um 24 Uhr. Die genauen Gewinnspielbedingungen findet ihr im Impressum.

Ausreiten in der Stadt – ab in die Kirschblüten!

Dieser Beitrag enthält Werbung. Denn Ihr könnt die  Kudamono-Schabracke aus Denim, die Chamonix auch auf den Fotos trägt, gewinnen!
Wie das geht, steht ganz unten im Text.

Fotos: Klara Freitag

 

Zwei Reiter unter Kirschblütenbäumen

Ich hatte da so eine Idee. Eine ziemlich verrückte. Es gibt eine Großstadt, in deren Innenstadt drei Straßen weltberühmt sind. Denn sie sind von Kirschbäumen gesäumt. Im April wird daraus ein rosafarbenes Blütenmeer vor Altbauten. Das ist wunderschön! Asiaten fliegen extra für diese Kulisse nach Deutschland, es kommen dort Reisebusse an. Instagram ist voll von Bildern mit dieser Pracht.

Noch nie gehört? Kein Wunder, wenn Du vor allem im Pferdekosmos unterwegs bist: Ich habe zuvor noch nie ein Bild mit Pferd inmitten dieser Straßen gesehen. Genau deshalb wollte ich so ein Bild! Das stand ganz fett auf meiner Bucket List.

Bucket List: Die Kirschblüten in der Stadt

Ich wollte dahin. Mit dem Pferd in die Innenstadt. Chamonix ist gelassen genug für solch eine Idee, aber wer könnte da noch mitkommen? Wer ist verrückt genug, morgens um fünf Uhr aufzustehen, um das Pferd mitten in eine fremde Großstadt zu fahren? Einen Sack zum Äppel auflesen mitzuschleppen? Und wer hat ein Pferd, mit dem man auch so einen Blödsinn machen kann?

 

Ein Reiter zum Pferdestehlen

Philipp, dachte ich. Philipp, der macht das.

Er sagte ja. Philipp hat tatsächlich das perfekteste Pferd überhaupt dafür. Nicht nur, weil sein Camargue Caleo wunderschön vom weißen Fell her zu den grau-beigen alten Häusern passt. Sondern weil dieser Caleo, genannt Leo, eines der entspanntesten und best erzogensten Pferde ist, die mir je begegnet sind. (Was ich an Leo alles so toll finde, habe ich übrigens hier bei wehorse aufgeschrieben.)

Über die guten Seiten von Social Media

Nur: Ich kannte Philipp  und Leo vorher gar nicht! Ich hab’s nur erahnt, dass das passen könnte. Philipps Heimathof und seine Mutter hatte ich vor zwei Jahren auf einem Kurs kennengelernt. Philipp lief da auch irgendwo herum, aber wir haben uns nicht gesehen. Ich wusste also aus dem echten Leben, dass er zu einer Familie mit Pferdeverstand gehört. Aber dass er für so einen Quatsch zu begeistern ist, das war reines Bauchgefühl aufgrund einer Instagram-Bekanntschaft.

Freundschaftsgeschichten von meinem Pferdeblog

Ist das nicht schön? Das sind die besten Seiten an den Sozialen Netzwerken: Wenn der Eindruck online zu dem, was man im realen Leben antrifft, passt. Das Beispiel mit Philipp ist eins von mehreren. Der Blog ist ein Filter: Es finden sich hier Leute, die ähnlich ticken. Merke ich stets bei denen von Euch, die sich zu den Kursen anmelden. Aber auch mit so persönlichen Begegnungen ist das so – wie bei Katharina und Sarah Brummer zum Beispiel. Es ist so toll, Menschen zu finden, die nach dem Gleichen suchen oder ähnliche Dinge im Pferdebereich gut finden, wie man selbst. Übrigens ist das mit Nele von Kudamono auch sehr ähnlich. Erzähle ich später noch was zu, denn Nele ist auch ein Mensch, der verdammt tolle Sachen macht.

Unser neues, so gut funktionierendes Team

So kam’s dann, nach Philipps spontaner Zusage, dass wir loszogen. Erste Station: Der Capitelshof, da wo Leo, Philipp und seine Eltern zuhause sind. Mit dabei waren noch Klara und Philipps Freundin Silja als Fotografinnen und meine Tochter. Also ein echter Tross! Und was hat das gut funktioniert. Wir hatten (dank Philipp) sogar Waschwasser mit Schwamm dabei, die Parkplätze waren ausgekundschaftet und nach unserer Aktion holten Silja, Philipp und seine Eltern daheim noch Erdbeeren mit Eis und Sahne raus. Die wir im Hof bei Sonnenschein gegessen haben – perfekt! Sie haben alle echt aufgewartet. Vielen Dank dafür nochmal, es war sehr schön bei Euch. Aber so weit war ich ja noch gar nicht!

Gelassenheitstraining für Experten

Also: Chamonix hatte die Nacht zuvor neben Leo in der Box übernachtet, so dass wir die beiden ganz früh morgens verladen konnten. Beide gingen brav rein und diese Zuverlässigkeit dieser beider Pferde war verlässlich da für diese ganze verrückte Aktion. Ich könnte auf Leo und Chamonix ein Loblied nach dem anderen anstimmen.

  • Ausladen und fertig machen auf einem engen Parkplatz: kein Problem.
  • In die Innenstadt an Ampeln anhalten, über Straßenbahngleise treten: Kein Problem.
  • Vorbei an Baustellen: Kein Problem.
  • Neben Cafés stehen, die ratternd ihre Bestuhlungen auspacken, Ketten klirren lassen und mit Plastikplanen kramen: Kein Problem.
  • Schritt und Trab auf Kopfsteinpflaster: Kein Problem.
  • Galopp auf Kopfsteinplaster: Ähhh – das hat sich nur Philipp getraut!

Wie die Ponys den Kirschblüten die Show gestohlen haben

Diese Straßen mit den Kirschblüten sind wirklich unglaublich malerisch. Anfangs waren wir noch einigermaßen allein, vereinzelt kam mal einer, der Fotos machte. Je weiter in den Tag hinein es ging, desto mehr Leute waren da. Eine Asiatin mit Handy-Stick, vollprofessionell posend vor ihrem Telefon. Ein Päarchen, sie lächelte in seine Kamera, er drückte hunderte Male ab. Normale Touristen mit normalen Handys.

Ein Pferd in der Stadt macht viele Leute glücklich

Viele Passanten freuten sich über die Pferde: „Als ich Kind war, da hatte unser Nachbarhof auch welche“, erzählte mir eine Rentnerin, „Pferde, das ist ja so viel schöner als diese ganzen Autos!“ Mehrere Leute fotografierten uns, wer weiß, wo diese Bilder jetzt rumfliegen im Netz.

Stahlkappenschuhe und Spitzenkleid

Wir strahlten, alle. Meine Tochter, weil sie Fotos in ihrem Spitzenkleid (kombiniert mit Stahlkappenschuhen und Helm) machen durfte. Philipp, weil sein Leo so toll war und sogar ein Galopp möglich war. Klara und Silja, weil die Foto-Location einfach wirklich perfekt war, das Wetter mitspielte, die Pferde toll waren. Und ich, weil ich meinen persönlichen Fototraum vom Pferd in der Stadt unter Kirschblüten ermöglichen konnte.

Gewinne eine Schabracke von Kudamono

Chamonix trug dazu die neueste Schabracke von Kudamono. Die gibt es tatsächlich erst seit heute, 29. April 2019, im Onlineshop dort zu kaufen. Ich finde sie wunderschön, weil klassisch und edel aber nicht zu sehr. Die Schabracke ist aus Denim, also Jeansstoff. Hab‘ ich noch nie zuvor gesehen! Das fühlt sich prima an: Unten weich, oben auf robust, das Material ist griffig. Sie funktioniert sehr gut von der Schweißweiterleitung her. Du findest die Schabracke hier im Shop von Nele für 89,90 Euro. Chamonix trägt die VS-Form für Großpferde, und ich finde, das geht auch mit Ponysattel gut!

 

Wie Du die Schabracke gewinnen kannst

Du kannst so eine hochwertige, in Deutschland produzierte Schabracke hier gewinnen! Alles, was Du dafür tun müsst, ist, mir einen Reitertraum von Dir zu erzählen in den Kommentaren. Das kann so ein Shooting-Traum sein wie meiner, von dem ich Euch hier erzählt habe. Oder etwas ganz anderes! Die Kommentarfunktion findet ihr oben unter der Überschrift. Ob ihr die Schabracke in Dressur- oder VS-Form möchtet, ist Euch überlassen.  Das Gewinnspiel startet am 29.04.2019 um 16 Uhr und endet am 04.05.2019 um 24 Uhr. Alle genauen Gewinnspielbedingungen findest Du hier im Impressum. Viel Glück!

Kudamono ist Mode aus Hamburg

Nele und Ihr Label Kudamono mag ich ja sehr! (Weiß auch jeder, der den Blog regelmäßig liest.) Warum ich so gut wie nur noch Neles Hosen trage, steht hier. Nele hat früher als Designerin für Marc O’Polo gearbeitet und sich dann mit ihrem Reitlabel selbstständig gemacht. Von Hamburg aus macht sie die schönsten Sachen, die übrigens in Europa hergestellt werden. Reiterlich hat sie ein Vielseitigkeits-Reiterherz, was ich super gut verstehen kann! Und mit Nele war es wie mit Philipp: Das passt halt irgendwie total gut. Es ist klar, es ist einfach, es ist leicht und es ist schön. So muss das.

Was ich als Fachjournalistin für Pferde so tue

Heute gibt’s ein Wunschkonzert. So einige Leser haben sich nämlich immer wieder gewünscht, mehr über meine Arbeit als Pferdefachjournalistin zu hören. Was tue ich also jede Woche? Ja, was denn? Alles so selbstverständlich für mich, ich musste kurz drüber nachdenken. Hier sind ein paar Schnappschüsse der vergangenen Tage für Euch. Das sind absolut typische Momente in meinem Beruf:

1.Telefonieren mit Ausbildern, die Auto fahren

Freitagvormittag Karfreitag: Telefonat mit einer Ausbilderin, die zu dem Zeitpunkt im Auto sitzt und in den Osterurlaub fährt. Das ist ganz typisch, dass ich mit Reitern und Ausbildern telefoniere, wenn die gerade im LKW oder Auto sitzen: Dann ist nämlich Zeit. Und davon haben die auch wenig.

2. Über Wiesen und Weidepflege sprechen

Ein Text übers Mähen und Mulchen soll gedruckt werden. Ich muss schnell noch klären, ob die Zitate, die ich von einem Hochschulprofessor und einem Mann von der Berufsgenossenschaft darin verwendet habe, für sie okay sind. Ich schreibe bei Interviews mit, fließend, am Laptop, habe Interviews also wortwörtlich abgespeichert. Dennoch soll es manchmal dann doch anders gedruckt da stehen. Ich freue mich, wenn ich so viel gesprochene Sprache wie möglich im Text stehen lassen kann. Mein Autorenherz blutet nämlich, wenn jemand eine gestelzte Beamtensprache lesen will. Ist nämlich genauso langweilig, wie sich dieses Wort anhört. Ist in diesem Fall zum Glück nicht passiert!

3. Termine in Reithallen, zum Telefonieren, zum Planen machen

Mails, Mails, Mails: Ein großer Teil meiner Zeit geht für Organisationsdinge drauf. Bedeutet: Absprachen wegen Außenterminen, wegen neuen Aufträgen, wegen Kollegenhilfen, wegen Bildern, die für Artikel noch gebraucht werden, wegen Rechnungen, die ich raussende oder die ich abspeichere und zahle,  Mails an Redaktionssektretärinnen, mit der Bitte, Zeitschriften an frühere Interviewpartner zu senden, die sich selbst natürlich auch im Heft lesen wollen. Mails an neue Interviewpartner zu Terminabsprachen. In der letzten Woche zum Beispiel zum Gestüt Blue Horse. Auf Englisch, so wird auch das Interview sein, finde ich schön, freue ich mich drauf.

4. Interviews in Neuseeland, England, Deutschland natürlich

Die Gespräche mit so vielen Pferdeausbildern und Pferdekennern sind mit das Allerbeste an meinem Beruf. Ich darf so viel immer wieder lernen! Allerdings stellen sich viele das falsch vor, wie das genau passiert. Letztens fragte mich eine Interviewpartnerin: „Kommen Sie dann auf einen Kaffee zum Interview vorbei?“. Leider nein, so gemütlich ist es selten. Persönlich vorbei schaue ich nur, wenn es sich um wirklich große Geschichten handelt. Wenn es um Themen geht, bei denen viele Leute zu Wort kommen, muss ich auf das miteinander Sprechen ohne sich zu sehen setzen. Sonst wäre ich eine Woche mindestens unterwegs, wenn ich alle Ausbilder vor Ort abklappern würde, und das zahlt heute kein Mensch mehr.  Inzwischen sind es so zu 70 Prozent Telefoninterviews, 20 Prozent Vor-Ort-Termine und 10 Prozent WhatsApp-Videoanrufe oder Facebook-Chats. Verrückt, oder? Letzte Woche habe ich so eine Videokonferenz mit Ausbildern in Neuseeland gehabt. Durch den Zeitunterschied waren sie schon ziemlich k.o. vom Tag und ich erst gerade wach. Verrückt, aber toll, dass das möglich ist!

5. Recherche und Pferdemenschen entdecken

Welcher Experte könnte zu diesem Thema etwas sagen? Welche Mischung an Experten passt, wie kann man ein Thema von möglichst vielen Seiten umkreisen? Manchmal geht sowas zu finden und zu entscheiden ganz schnell, ein, zwei Mails und Telefonate und ich finde jemanden, der gut passt, sowie Lust und Zeit hat auf ein Interview. Und manchmal zieht es sich – wir verpassen uns am Telefon, der nächste freie Telefontermin ist Wochen entfernt, die Menschen wollen dann doch nicht öffenltich erzählen, was ihnen im persönlichen Gespräch zuvor immens wichtig erschien, mitzuteilen. Meine absolute Stärke ist es, dass ich nach so vielen Jahren der Spezialisierung mittlerweile einen sehr guten Einblick und Überblick habe. Ich kann ganz gut einschätzen, wer interessant ist, wer so gut arbeitet, dass es für viele bereichernd ist und von wem wir noch hören werden. Und ich finde es immer noch und immer wieder spannend, neue Pferdemenschen kennenzulernen!

Linda Tellington-Jones (in der Mitte), Philippa (mit der ich die Kurse organisiere) und ich.

6. Die besten Momente als Pferdefachjournalistin

Es gibt zwei Arten von besten Momenten: Die, in denen ich Ausbilder so arbeiten sehe, dass ich denke: „JAAAA! Genau so, genau das, JAAAA!“ oder aber: „Spannend, noch nie so gesehen, gedacht, gemacht, da muss ich mehr darüber wissen.“ Und genau das Gleiche passiert manchmal in Interviews. Pure Dankbarkeit, diesen Austausch gerade zu haben. Wie letztens mit Linda Tellington-Jones. Als Journalist darf man nicht verehren. Man darf beobachten, einsortieren, erklären. Jedes Fan sein erstickt die Profession. Aber jeder Journalist ist auch ein Mensch. Und in Momenten, wie dem Interview mit Linda, wo sie mein Menschsein so sehr berührt hat, da erlaube ich mir, meine Rolle zu verlassen. Weil Leben und Leben begreifen wichtiger ist.

7. Schreiben – was ich liebe und was ich hasse

Ich schreibe auf zwei Arten – einmal fern jedes Internets, entweder im Café oder im Wald oder mit einem Internetblocker auf dem Laptop. Denn nichts zerstört einen Text schneller, als Zerstreuung. Zugleich wünsche ich mir nichts mehr herbei, wenn es mal nicht einfach fließt, das Schreiben. Also bin ich ziemlich streng mit mir selbst und führe mich nicht in Versuchung. So entstehen die größeren Texte, die Muße brauchen. Die kleineren Texte und alles, was im zweiten Schritt nach dem Aufschreiben überarbeitet wird, mache ich flott und egal wo. Am Schreibtisch, im Auto (während ich auf das Kind warte, das voltigiert, zum Beispiel), abends, früh morgens. Dann, wenn Telefon und Mailbox schweigen, am liebsten. Mein allerbester Motivator ist Zeitdruck. Ich bin unfassbar effektiv, wenn ich eine Deadline näherkommen sehe! Zuvor ist nämlich Perfektionismus das, was mich davon abhält, wirklich ein Häkchen an etwas zu machen. Es geht immer noch ein bisschen besser. Immer. Bis, ja bis die Deadline dann da ist!

Lesen könnt Ihr momentan übrigens Texte von mir bei wehorse, in der Cavallo, in der Reiter Revue international, im Züchterforum und im Pferdebetrieb.