Was der Reitersitz mit der Eitelkeit zu tun hat

Weshalb der Reitersitz auch nach Jahren im Sattel immer noch der zentrale Punkt ist, um etwas zu verbessern. Und wo gutes Reiten anfängt, und bei welchen Zielvorstellungen es aufhört. 

Gilt einfach. Heute, morgen, übermorgen!  #betterhorsesport gilt für Pferdefreunde jeden Tag!

 

„Gutes Reiten ist der beste Tierschutz.“ Diesen Satz habe ich letzte Woche auf der facebookseite meines Blogs gepostet. Einer der Sprüche, mit denen ich donnerstags auf die #betterhorsesport-Aktion aufmerksam mache. Darunter stand: „… und deshalb sollte sich jeder, Ritt für Ritt, darum bemühen.“

Stellschraube Reitersitz

Diesmal folgte auf den Spruch eine Diskussion auf facebook, warum der Reitersitz das Essentielle sein muss, warum er gutes Reiten erst möglich macht (vor allem in der Gruppe ‚Dressurpassion‘). Vielmehr war es ein allgemeines Nicken, eine Mahnung, ein Aufruf, sich darum zu kümmern, weil der Baustein Sitz einfach Auswirkungen auf das gesamte Reiten hat. Und das ein Reiterleben lang, so dass man an dieser Stellschraube immer wieder drehen kann.

 

Dabei schoss mir durch den Kopf: „Was meint denn dieser Wille zu gutem Reiten überhaupt?“ Jeder will ja gut und besser Reiten, kein Mensch entscheidet sich freiwillig dafür, beschissen auf dem Pferd zu sitzen.

 

Vielleicht reiten manche rücksichtslos dem Pferd gegenüber, ja. Gedankenlos auch. Blind, den eigenen Baustellen gegenüber. Nach Jahren im Sattel noch mal an die ganz essentiellen Dinge heranzugehen wie zum Beispiel „Technik des Leichttrabens“ verlangt schon echte Bereitschaft, vermeintlich Selbstverständliches zu hinterfragen. Aber dass im Allgemeinen willentlich schlecht geritten wird, nach dem Motto ‚hauptsache der Gaul läuft irgendwie‘ – das glaube ich nicht.

 

Also: Was meint „gut Reiten wollen“ denn bitteschön? Für jeden, daheim?

 

 

Meine Antwort lautet: Immer besser werden wollen. Sich nicht zu früh zufrieden geben. Sich nie zufrieden geben.

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Noch mehr Qualität

Aber nicht in höher-weiter-Kategorien, sondern in qualitativen Ansprüchen: noch harmonischer reiten, noch mehr mitgehen können, noch genauer die eigenen Schultern, Hüften, Extremitäten unter Kontrolle haben, eine noch ruhigere Hand bekommen.

 

Das eigene Tun immer wieder hinterfragen. Nicht so sehr, dass sich alle Regeln und Standarte auflösen, denn dann bleibt nur noch Wabern.

 

Aber immer wieder mal zurücktreten und nachdenken, was man da tut.

 

Vor dem Pferd bestehen

Dem Pferd ins Auge schauen können. Und nicht der beruhigenden Wirkung von Likes, Bandenzuschauern, bewundernden Blicken, Turniernoten oder Publikum vertrauen.

 

Letztlich ist es nämlich nur das: Du und Dein Pferd. Kannst Du vor ihm bestehen? Vor Dir selbst?

 

Dann ist der Weg gut.

Likes & Applaus und die liebe Eitelkeit

Wenn dann am Rande dieses Weges Likes, gute Noten und Applaus vorbeiziehen, dann ist das schön und sicher etwas, das man genießen kann. Doch das zum alleinigen Ziel zu machen, kann einen vom Ziel, immer besser zu reiten, und damit auch immer pferdefreundlicher, abbringen. Hat was mit Eitelkeit zu tun. Und mit vermeintlichen Abkürzungen, die dann letztlich doch Umwege sind.

 

Wie Loben meine Pferde (und Eure auch) stolzer & ehrgeiziger macht

Ponys machen glücklich. Sie zu loben auch. Für Euch erprobt. Foto: Klara Freitag

 

Ich habe eine Neuentdeckung auf Instagram gemacht: Die Ausbilderin Julia Mestern ist da recht neu dabei. Sie ist als (wagemutige) Vielseitigkeitsreiterin bekannt, und bildet seit vielen Jahren Pferde in Dressur wie Vielseitigkeit aus. Ein Instagram-Post aus der letzten Zeit traf mich voll, denn ich bemerkte: Kenne ich. Könnte ich selbst besser machen. Ich glaube, das geht vielen Reitern so, deshalb muss ich es unbedingt aufschreiben! Es geht um’s Loben, und warum man das im Sattel weniger tut als an der Hand.

 

Es war nur ein Halbsatz über die Arbeit an der Hand und ein Pferd, das es noch nicht so gut fand, mit der Gerte an den Hinterbeinen touchiert zu werden. Julia schrieb: „Da liegt Arbeit und viele Leckerlis vor uns!“

 

Das war das erste „Aha, kenne ich!“, und dann ging es noch mal um das Loben, in einem anderen Post. Wie oft und wann man lobt. Dass die Pferde stolz werden an der Hand und ehrgeizig.

 

Loben macht ehrgeizig

Das kenne ich – und zwar ist es bei mir an der Hand stärker so als unter dem Sattel. An der Hand werden sie wahnsinnig ehrgeizig und lernen super schnell. Übertreten, anhalten, Hinterbeine ranholen im Stand, Schulterherein, Travers – sitzt mittlerweile ganz ordentlich. Sie wollen und sind stolz auf sich, das ist für mich das Wichtigste daran! Es ist nämlich wahnsinnig schön, das zu sehen, wie aus einem unsicheren Pferdchen ein stolzes wird.

 

Weshalb ist das so vor allem an der Hand? Ich glaube, dieser Ehrgeiz entwickelt sich, weil ich an der Hand viel und auch überschwänglich lobe. Ich mache kleinste Schrittchen, gebe mich mit Ansätzen zufrieden und mache viele Pausen.

Ist zwar kein Kopf drauf, ist aber Ailena! Foto: Klara Freitag

Im Sattel kann ich mich jetzt nicht beschweren, dass die Damen keine Lust hätten, aber dieser „Wow, was willst Du? Hey, mach ich Dir!“-Ehrgeiz, den haben wir nicht ständig und immer.

 

Ich glaube, das liegt am Loben. Ich bin am Boden viel objektiver und kann schneller bewerten, also Rückmeldung geben mit Stimme und Leckerli. Auch, weil mein eigener Körper mir da nicht im Weg ist. Im Sattel denke ich oft: „Mmmmhh, das war noch nicht so toll, lieber noch mal so und so und so.“ Dieses ganz kleinschrittige Loben mit viel Pausen dazwischen, das verpasse ich durch diesen inneren Kritiker ab und an.

 

Das geht glaube ich vielen Reitern so. Mal schnell mit der Hand an den Widerrist klatschen als Lob – ja, das war es dann aber auch oft schon.Dabei ist es so einfach eigentlich, sich wahrlich zu freuen, auch über kleine Schritte. Man muss sich selbst bloß dazu erziehen, das auch zu tun.

 

Genau beobachten, ohne Emotion, möglichst objektiv

Deshalb habe ich mir Julia Mesterns Instagram-Post gemerkt und versuche jetzt jedes Mal im Sattel auch daran zu denken: Pausen haben noch niemandem geschadet. Im Gegenteil, dadurch geht es schneller voran! Man muss nur dran denken, und das ist bekanntlich nicht so einfach! Schön unemotional reiten, damit man eben genau beobachtet, statt sich selbst zu kritisieren und so die guten Momente zu verpassen.

 

 

Filme zum Thema Motivation & Lob

Übrigens findet Ihr auch bei den pferdia-Ausbildern natürlich viel Input zum Thema Lob. Nina Steigerwald nutzt das zum Clickern, Britta Schöffmann erklärt in diesem Film genau, wie Pferde lernen, und was das mit Lob zu tun hat, Uta Gräf und Stefan Schneider sind darin genauso gut wie Bea Borelle und Philippe Karl. Alles Menschen, die wissen, wie man Pferde motiviert. Eigentlich könnte ich unsere gesamten Ausbilder hier aufzählen – Anja BeranIngrid KlimkePeter Kreinberg – sie alle machen das und es ist Teil ihres großen Erfolgs.

 

Viel Freude dabei – und beim Loben, von wo aus auch immer!

„Ich möchte die Grenze zwischen Horsemanship- und Turnierleuten ändern“ –

Im Turnieroutfit: Lisa Röckener und Vitte Valoo.

 

 

Lisa Röckener, 22 Jahre alt, hat es in diesem Jahr mehrfach geschafft, mich zu beeindrucken. Sie reitet wunderbar fein, und das auf ganz unterschiedliche Weisen: Im Vielseitigkeitssport, auf Shows und daheim mit Halsring, und dazu macht sie auch noch Bodenarbeit, Horsemanship, ein bisschen Zirzensik und so verrückte Sachen, wie Geländesprünge mit Halsring und Pad zu überwinden. Das hier ist der Teil 2 eines Interviews mit der talentierten Reiterin.

Vor kurzem hast Du ein Video gepostet, darauf bist Du mit einer Stute zu sehen, die Du gerade mal drei Wochen zu dem Zeitpunkt in Beritt hattest. Du reitest sie auf Halsring einen Wirtschaftsweg entlang. Ich dachte, mir bleibt das Herz stehen! Ist das nicht etwas früh, nach drei Wochen? War das leichtsinnig?

(Lisa lacht.) Dieser Weg führt bei uns vom Springplatz zum Stall, den kennen die Pferde. Bei mir gilt die Regel: Gehe erst aus einem geschlossenen Raum heraus, wenn eine Notbremse da ist. Und das meint für mich, dass man aus dem Galopp nur über Gewichts- und Stimmhilfe anhalten kann. Alle meine Pferde, auch die Pferde von Schülern oder Kursteilnehmern, lernen erst mal, auf Stimme anzuhalten. Ich bringe den Pferden bei, auf meine Stimme zu achten. Ich sage „an“ für losgehen und „halt“ für Stoppen. Erst später wird das durch Körpersprache ersetzt. Das ist ja immer so eine Glaubensfrage, ob man mit Stimme arbeitet oder nicht. Ich finde, die Pferde lernen so prima, mir zuzuhören, also kann ich das auch einsetzen. Meine Pferde gehen übrigens auch auf ‚pssst’ zurück, das hat den Vorteil, dass ich da nirgendwo zu viel am Gebiss tun muss.

Dressurtraining auf der Weide.

 

Was ist eigentlich Dein reiterliches Ziel? Wo willst Du hin?

Ich möchte zeigen, dass nicht nur Valoo ein Ausnahmepferd ist, sondern dass man das Gleiche auch mit anderen Turnierpferden machen kann.

 

Valoo ist Dein bekanntestes Showpferd, ein brauner Warmblutwallach. 

Ja. Bewusst zeige ich Warmblüter, auch auf den Shows, und keine Rassen die natürlicherweise schon viel Ausdruck haben, so wie Spanier. Ich will zeigen, was Warmblüter alles können.

 

Dein erster Erfolg im Showreiten war 2016 die Platzierung in der Cavallo Akademie.

Ja, allerdings war der erste öffentliche Auftritt die Equitana Open Air. Dann kam die Cavallo Akademie 2016, wo ich Dritte mit Valoo geworden bin. Danach habe ich auf der Baltic Horse Show gewonnen, damit fing dann alles an und die Uni rückte in den Hintergrund.

Freiarbeit mit Humor. Foto: Yvonne Voss, YV Photo Art.www.yv-photo-art.de

 

Neben dem Showreiten bist Du auch weiterhin auf Vielseitigkeitsturnieren unterwegs, richtig? 

Ich reite noch ganz normal Turnier, bin mit Valoo in Geländepferdeprüfungen der Klassen A und L unterwegs und in Vielseitigkeitsprüfungen der Klasse A. Wir haben auch drei Qualis zum Bundeschampionat geholt, aber ich war froh, die Vierte nicht zu bekommen. Das wäre mir zu früh gewesen, wirklich hin zufahren, ich hätte Valoo nicht dort mit hingenommen.  Wir waren auch zum Reitpferdechampionat qualifiziert und starten in Dressur und Springen in der Klasse L. Mit meinem neuen Berittpferd Wally möchte ich in dieser Saison in Dressurprüfungen der Klasse M starten.

 

Gibt es so etwas wie ein Ziel, eine Mission, die Du hast?

Ich möchte den Leuten die Augen öffnen: Turnierpferde sind keine reinen Sportpferde. Ich möchte die Grenze zwischen Horsemanship und Turnierleuten ändern. Die Horsemanshipleute sagen oft, Turnierleute seien böse. Und die Turnierleute sagen: „Die Horsemanshipleute stecken Leckerlis rein und das war’s.“ Dabei ergänzt sich beides so toll! Alle meine Berittpferde gehen durch die Horsemanship-Grundlagen. Das bespreche ich mit den Besitzern vorher, dass ich stets Turniersport und Horsemanship vereine.

  

Welches Vorurteil hält sich denn besonders hartnäckig?

Horsemanship-Arbeit wird generell im Turnierlager gern belächelt. So nach dem Motto: „Nett, mal so ein Kompliment, aber ich bin im Turniersport unterwegs und erwarte Leistung“. Ich kann das sogar verstehen, ich war mal genau der gleichen Meinung. Dabei schließt sich beides doch gar nicht aus! Ich bin auch im Turniersport unterwegs und erwarte dort Leistung. Aber ich möchte auch, dass mein Pferd Spaß hat. Wenn ich reite, frage ich mich alle 2 Minuten: Hat mein Pferd Spaß daran? Wenn nicht, muss ich etwas ändern!

 

Das ist ein super Motto! Was gibt Dir genau der Turniersport, was die Shows?

Ich möchte in der Öffentlichkeit zeigen: So sind diese Pferde trainiert und das können sie alles! Ich mag an Turnieren auch einfach den Ablauf: Früh aufstehen, von einem Pferd aufs andere. Ich bin ehrgeizig und möchte auch höher starten. Aber weiterhin immer in Verbindung mit Shows! Die Show ist die Belohnung für die Arbeit, die ich jeden Tag reinstecke. Für die Pferde ist es eine Abwechslung. Mir gefällt, dass ich meine Arbeit mit den Pferden nach außen tragen kann. Deshalb mache ich ja auch viel auf Instagram und facebook Ich will zeigen, was ich mache. Es ist total schön dann Rückmeldungen zu bekommen wie: Danke für die Inpiration, ich habe umgedacht und das und das geändert.

„Weg vom Zügel!“ Interview mit Lisa Röckener

Lisa Röckener, 22 Jahre alt, hat es in diesem Jahr mehrfach geschafft, mich zu beeindrucken. Sie reitet wunderbar fein, und das auf ganz unterschiedliche Weisen: Im Vielseitigkeitssport, auf Shows und daheim mit Halsring, und dazu macht sie auch noch Bodenarbeit, Horsemanship, ein bisschen Zirzensik und so verrückte Sachen, wie Geländesprünge mit Halsring und Pad zu überwinden. 

 

Das alles nicht irgendwie, sondern in schöner Manier, mit guter Selbsthaltung des Pferdes und vorbildlichem Sitz. Eine Wohltat! Also: Ein Gespräch mit Lisa Röckener stand dringend an! Hier ist es für Euch.

Lisa, Du hast heute früh um 4 Uhr 30 gepostet, dass Du jetzt Joggen gehst, vor der Uni. Jetzt ist es 19 Uhr 30, Freitagabend, und Du hast bis eben geritten und Pferde versorgt. Ist das ein normales Programm für Dich?

Das war ziemlich nass heute, das Joggen, ich konnte meine Sachen danach auswringen, so hat es geregnet! Zwei Mal in der Woche stehe ich so früh auf, sonst bekomme ich das Joggen nicht im Tagesablauf unter. Ansonsten muss ich erst um fünf, sechs Uhr raus, reite drei Pferde zuhause täglich und ein paar Berittpferde außerhalb.

Zusätzlich studierst Du in Münster. 

Ja, Chemie und Sport. Ich hatte die Idee, Lehrerin zu werden. Zumindest war das mal der Plan, bevor das mit dem Reiten so eine Fahrt aufnahm.

Du machst wahnsinnig tolle Sachen reiterlich – bei wem hast Du gelernt?

Es fing an mit Ponyspringen und – dressur mit Reitlehrern hier aus der Region. 2012 bin ich in den Vielseitigkeits-Perspektivkader aufgenommen worden. Da sind wir auch schon mal zu Lehrgängen bei Dibowski, Auffahrt oder Hoy gefahren, nach Luhmühlen und zur Bundeswehrreitschule nach Warendorf. So habe ich mich in Dressur, Springen und Geländereiten verbessert. Für die Freiarbeit und die Bodenarbeit hatte ich niemanden, der mit das beigebracht hat. Ich habe einen Grundlagenkurs Bodenarbeit und Führen bei Anne Krüger gemacht und danach selbst einfach ausprobiert. Der Kurs war aber noch zu einer Zeit, als ich mich voll auf den Turniersport konzentriert habe.

 

Weshalb hat sich das geändert irgendwann?

Ich hatte 2013 hatte ich einen schweren Sturz mit meinem Vielseitigkeitspferd. Ich musste operiert werden, das Schlüsselbein guckte fast raus. Ich bin danach zwar mit meinem Pferd bis M Springen geritten, aber ich hatte Angst vor festen Hindernissen. In der Vielseitigkeit darf man Respekt haben, aber keine Angst. Also habe ich überlegt, dass sich etwas ändern muss.

 

Dann begann die Zeit mit Deinem wichtigsten Pferd Valoo. 

Genau, Valoo war ein Zufallskauf eigentlich. Er war drei Jahre alt, angeritten, man konnte soeben im Schritt, Trab, Galopp draufsitzen und außen herum reiten. Das hat mich wieder zurück zur Bodenarbeit geführt. Valoo ist von sich aus total neugierig, wenn da Planen, Regenschirmen oder so liegen wollte er immer hin. Mich hat das herausgefordert, ich wollte wissen, wie weit man sowas fördern kann. Außerdem war er ziemlich frech und machomäßig. Also war ich wieder bei Anne Krüger mit ihm.

 

Sie ist als Showreiterin bekannt, hat Nummern mit Enten und Hunden im Programm.

Ja, ursprünglich waren wir auch mit unseren Hunden bei ihr. Dort haben wir an Grundlagen gearbeitet, wie zum Beispiel an welcher Position ich am Pferd stehe. Mittlerweile arbeiten wir nicht mehr zusammen, jeder geht seinen eigenen Weg und mein Bruder Matthes und ich arbeiten auf unsere Art und Weise. Ich kann wirklich nicht sagen, dass ich meine Freiarbeit komplett von einem bestimmten Trainer habe.

 

Sondern? 

Ich habe einfach ganz viel Zeit mit Valoo verbracht. Manchmal war ich eine Stunde am Reitplatz, um mein Pferd zu beobachten, um zu verstehen, wie mein Pferd tickt. Ohne selbst etwas zu machen, einfach nur um zu gucken. Ich habe auch kein Buch oder so dazu gelesen oder youtube Videos geschaut. Ich habe nie gegoogelt: „wie mache ich das, dass mein Pferd mir folgt?“ Ich habe da einfach irgendwann gemerkt: „Aha, wenn ich meine Schulter drehe, dann kommt der mit!“

 

Foto: Yvonne Voss, YV Photo Art.www.yv-photo-art.de

 

Auf Instagram zeigst Du in Deinen Stories, dass Du viel mit Deinem Bruder trainierst, er macht auch Bodenarbeit mit Pferden.

Ja, mein Bruder hat auch immer neue Ideen. Wir probieren einfach aus, sitzten da mal drei oder vier Stunden auf der Wiese und testen Sachen aus.

 

Ihr habt Eure Pferde zuhause, richtig?

Ja, zum Glück , mit einem Sandplatz mit Flutlicht, einem Springplatz auf Gras und einer selbstgebauten Geländestrecke. Das haben wir in den Schulferein alle zusammen gemacht – Gräben und Hecken dafür mit meinem Vater angelegt.

 


TIPP: Lisa Röckener ist am 24. und 25. Februar bei uns 

und gibt einen Kurs zum Thema „Weg vom Zügel“.

Es ist noch 1 einziger Reiterplatz frei und 4 Zuschauerplätze!

Alle Infos HIER im Blog unter ‚Kurse‘!

 

Haben Deine Eltern etwas mit Pferden zu tun?

Mein Vater ist Hufschmied, meine Mutter ist geritten, bis vor fünf Jahren ihr Friese gestorben ist. Sie näht unsere Kostüme für die Shows.

 

Du hast Alizée Froment schon assistiert, und auch mal im Sattel ihrer Pferde gesessen. Wie fühlte sich ihr Spitzenpferd Mistral denn an?

Es hat sich krass angefühlt, dieses Pferd ist nicht normal! (sie lacht und klingt sehr begeistert) So sensibel! Auf Sultan, ihrem Schimmel, saß ich vorher schon mal. Die sind so sensibel, am Bein, auf Gewichtshilfen, einfach geil, ich wollte gar nicht mehr runter!

 

Du warst dann auch zwei Monate bei ihr in Tschechien, wo sie mittlerweile wohnt, und hast dort geritten. Was hast Du aus dieser Zeit mitgenommen?

Mein Valoo war mit, und das war eine lehrreiche Zeit. Ich reite jetzt noch handunabhängiger, und bin noch stabiler im Sitz geworden. Alles, was in Richtung Versammlung und mehr Aufrichtung geht, kann ich nun viel mehr über Gewicht reiten. Endlich mal ein Trainer, der sagt Hand weg! Das war das Schöne: Ich kann mich darauf verlassen, was sie tut, und brauche keine Sorge haben, dass es gegen das Pferd gerichtet ist. Was haben wir noch verbessert?

 

… sie überlegt, wartet kurz und sagt dann… 

Bei den Seitengängen, da haperte es bei uns, und an der Galopparbeit haben wir gefeilt. paar Einheiten Freiarbeit haben wir auch gemacht. Wir haben daran gearbeitet, dass Valoo zum Beispiel beim spanischen Schritt höher kommt.

 

Wie habt Ihr das denn gemacht?

Wir haben Sultan und Valoo nebeneinander gestellt und den Spanischen Schritt abgefragt. Die Hoffnung war, dass Valoo durch Sultan angespornt wird, noch mehr zu machen.

 

Und das hat funktioniert?

Ja, hat es! Auch in der Freiarbeit haben wir sie gemeinsam gearbeitet und sie zum Beispiel aus unterschiedlichen Ecken zu uns laufen lassen. Valoo hat dadurch mehr Ehrgeiz bekommen, zu laufen.

 

 

>>> Spannend? Ich finde absolut. Den Teil Zwei des Interviews lest ihr in der ersten Februarwoche auf dem Blog! Wer Lust bekommen hat, in die Richtung zu arbeiten: Unten habe ich unsere pferdia-Alizée-Froment-Videos verlinkt.

Alle Infos zu Lisas Kurs bei uns findet Ihr HIER.

 

Link zu Lisa Röckeners wunderbarem Instagram-Kanal, der sich wirklich lohnt (was anscheinend mehr als 76.000 Leute auch so sehen): https://www.instagram.com/lisa_roeckener/ 
Link zu den Fotos: Yvonne Voss, YV Photo Art, findet hier hier: www.yv-photo-art.de

7 Tipps fürs beste Pferdejahr 2018!

Zwei, die neu in mein Leben kamen: Warmblutstute Ailena und Hündchen aka Pia. Foto: Klara Freitag

 

Bereitet Ihr Euch auf das Pferdejahr 2018 vor? Jahresrückblicke sind so gar nicht meins, auf jeden Fall dieses Mal. Aber worauf ich große Lust habe ist: Platz schaffen und planen! Damit 2018 ein formidables Pferdejahr wird.

Also: Wie Du die richtigen Trainings-Eckpfeiler setzt, Dich von unnötiger Ausrüstung trennst, stattdessen schöne Dinge hereinlässt und gute Reitlektüre findest. Macht mit – ich fange an mit:

  1. einem super duper aufgeräumten Spind
  2. Pferdesachen verkaufen & Schönes einräumen
  3. Urlaub & Kurse buchen
  4. einem Trainingsplan, der funktioniert
  5. Tierarzt-, Sattel-, Osteopath- und Zahnartzcheck
  6. Reiterfitness, die ich auch durchhalte
  7. tollen Inspirationen und der richtigen Fachlektüre zur Hand

 

1. Den Spind streichen & neu organisieren

Es ist Januar.
Und ich räume auf.
Ich räume auf mit allem möglichen: Pferdesachen. Papierkram. Klamotten.
Ich putze.

Pferdeschränke, wohlgemerkt. Ich wasche Decken, ich streiche meinen Schrank für die Pferdesachen neu. Ich gehe Sachen an, die ich lange liegen gelassen habe.

Der holzfarbene Schrank ist nun himmelblau, mit einem weißen Rand. Jetzt bekommt er noch neue Regalböden, und für jeden Regalboden die passenden Boxen. Damit das alles so schön und praktisch ist, dass ich jedes Mal „Hach!“ denke, statt: „Wo ist noch mal…?“

 

2. Pferdesachen verkaufen

In den Schrank kommen nur noch Sachen, die ich brauche und die ich mag. Und die mich nicht an doofe Sachen erinnern. Deshalb verkaufe ich gerade alles, was ich nicht mehr brauche. Einiges von Fees alten Sachen zum Beispiel (Fee ist ein herrliches Pferd gewesen, meine große Lehrmeisterin. HIER steht alles über sie). Es passt der Kleinen eh nicht, und für die große Ailena ist es dann schon wieder zu klein.

Meine Back on Track Stallgamaschen habe ich zum Beispiel gerade abgegeben. Die passen zwar auch den anderen Pferden – aber ich will nix mehr haben, was man bei Krankheiten braucht. Die sollen mal schön an uns vorbeiziehen. Außerdem halte ich nichts davon, gute Sachen zu horten. Die verlieren durch das Aufheben nur ihren Wert. Könnte man doch noch mal brauchen? Ach was. Die kann ich genauso gut wieder kaufen, gebraucht oder neu, wenn ich sie wirklich benötige.

Ich kehre Sachen raus und lasse erst mal nur in homöopathischen Dosen Neues rein.

Mit Chamonix am Strand. Machen wir wieder! Foto: Florian

 

3. Urlaub & Kurse mit Pferd buchen

Termine für’s Jahr machen ist eine gute Sache, aber ich achte darauf, nur das festzulegen, worauf ich wirklich Lust habe: den Sommerurlaub am Meer mit den Pferden habe ich gebucht. Die Reitkurse, die wir daheim veranstalten, sind für das erste Halbjahr geplant. Elaine Bulter kommt, um unseren Reitsitz zu korrigieren – das macht sie unglaublich effektiv.

Claudia Butry bei uns im Kurs. 2018 haben wir sie gleich für drei Termine gebucht! Außerdem gibt es einen Gymnastik-Abendkurs und ein Webinar mit ihr! Foto: Klara Freitag

 

Dazu wird Claudia Butry kommen, sogar drei Mal wird sie bei uns sein. Sie ist Dressurausbilderin und Bewegungstrainierin nach Eckart Meyners. Claudias Kurse haben uns in 2017 so sehr bereichert. Wie eine dringend nötige Kur war das: Genau die richtigen Ideen so geäußert, dass es jeder, wirklich jeder im Kurs annehmen und umsetzen konnte. Das ist nicht selbstverständlich. Normal ist eher, dass Lehrer X für Schüler Y super passt, für Schüler Z okay ist und mit Schüler A irgendwie nicht richtig harmoniert. Dass einfach alle glücklich da heraus gehen, ist immer das hehre Ziel, das selten wirklich erreicht wird.

Dazu haben wir ein wenig frischen Wind eingeladen, Lisa Röckener kommt zum ersten Mal. Alle Kursdaten findet Ihr übrigens HIER.

Das war der erste Urlaubstag mit Chamonix, Tochter und vielen anderen im 2017.

 

Training – aber lässig angegangen

Unsere Weiterlern-Eckpfeiler stehen also. Genauso wie Abwechslung – denn zum Urlaub am Meer kommt auf jeden Fall Pony Chamonix mit. Denn das pustet frische Ideen in die Köpfe und macht Muskeln. Ich freue mich schon so auf Wassertreten und auf das Galoppieren am Strand! Aber bis auf diese Eckpfeiler im Terminkalender mache ich echt langsam gerade. Es geht gerade bei uns weniger ums trainieren, als um die besten Vorbereitungen.

 

5. Körper Check up: Osteopathin & Zahnarzt

Zum Beispiel: Die Osteopathin war da, damit die Pferdchen gut da stehen. Ich habe den Sattel noch mal checken lassen, und werde die Pferdezähne noch mal kontrollieren lassen, bevor das Frühjahr da ist. Ich habe die Aufkleber im Pass der Impfungen kontrolliert, und alles ist paletti.

Am Stall ist ebenso Aufbruchstimmung, ein Teil des Trail-Bodens wurden in einer riesigen Aktion verbessert, Bagger, Lkws, Sandhaufen und Mattenstapel drängten sich in den letzten Wochen auf unserem Hof.

Mit Pia, aka Hündchen, beim Springtraining. Foto: Klara Freitag

 

6. Reiterfitness: Einfach machen.

Ich mache mir keinen Stress mit „oh Gott, trainieren!“ und gehe aber dafür TATSÄCHLICH mal joggen, wegen Ausgleichssport und so. Macht man übrigens um so lieber, wenn man Herrn Eckart Meyners höchstpersönlich fürs Interview am Telefon hatte und erfährt, dass der mit Mitte 70 jeden Morgen eine Stunde turnt und dann noch spazieren geht täglich. Ein bisschen Training für Reiter also. Dass ich joggen gehe, bedeutet aber nicht, dass ich 10 Kilometer runterschnurre. Würde ich mir das vornehmen, wären alle Vorsätze schnell über Bord geworfen. Stattdessen mache ich es so: Ich laufe auf jeden Fall, aber es sind auch schon mal läppische 3 Kilometer. Hauptsache tun!

Pferd, Reiter, Nachgurten, Dalmatiner

Das Springtraining mit Isabelle & Chamonix ist super, tut dem Pony gut und macht allen Spaß! Das bleibt für 2018. Alles über das Training und Springreiterin Isabelle findet ihr über Suchfunktion im Blog! Foto: Klara Freitag

 

7. Sinnvolles lesen – und gleich das Training umstellen

Ich lese wieder mehr und habe mir für abends eine Netflix-Pause verordnet. Auf meinem Nachttisch liegen einige Bücher (eines von Mary Wanless, das ich noch nicht gelesen habe zum Beispiel) und zwei Ausgaben der Feinen Hilfen, dem Magazin. Weil die echt auch für Leute, die viel Pferdiges in die Finger bekommen, Sachen zum Merken abdrucken. Gemerkt für den ersten Teil des Jahres: Pro Woche 3 bis 4 Trainingsreize setzen, ansonsten nur locker bewegen.

Darüber  quatsche ich letztens mit Philippa, beim Joggen. Wir hatten beide diesen Artikel über Training und Trainingsreize und was dabei im Körper passiert gelesen und fanden ihn wirklich interessant.

Sie so: „Ich hab das  gelesen und sofort mehr Pausentage für mein Pferd eingeplant!“
Ich so: „Ich hab das gelesen und sofort mehr Trainingstage eingeplant!“

Für jeden etwas – passt.

Also: So sieht’s bei uns aus. Und Ihr so? Wie ist Euer neues Jahr mit Pferd?