Buchrezension: „Einmal überbaut, immer überbaut“

Rot eingezeichnet hier der Musculus longissimus, der lange Rückenmuskel.

 

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Denn: Ihr könnt das hier besprochene Buch 3x gewinnen!

Lerne über den Körperbau Deines Pferdes & wie Du ihm durch Training helfen kannst – genau darum geht es in diesem Buch namens „Einmal überbaut, immer überbaut?“. Ich hatte es drei Minuten in der Hand und fand es sofort spannend: Es erklärt Zusammenhänge zwischen Exterieur verschiedener Pferde, Muskeln und Faszien anhand von kurzen Textpassagen, Illustrationen und Beispielfotos.

Das Buch ist im Müller Rüschlikon Verlag soeben im Januar 2019 erschienen und kostet 24,90 Euro.

 

Nachdem ich es komplett gelesen habe, bleibt derselbe Eindruck: „Einmal überbaut, immer überbaut?“ aus dem Verlag Müller Rüschlikon ist ein sehr hilfreiches, praxisnahes Buch! Geschrieben haben es zwei Osteopathinnen. Die eine ist sehr erfahren und in der Osteo-Szene ziemlich bekannt, sie heißt Barbara Welter-Böller. Die zweite Autorin ist Claudia Weingand, ebenfalls Osteopathin (und Schülerin der erstgenannten), zudem Fachjournalistin und Autorin. Sie war viele Jahre Chefredakteurin der Feinen Hilfen. Im Team ist so ein fachlich sehr gutes Buch entstanden, das zudem ganz einfach lesbar ist. Ich habe es verschlungen!

Wie Du Deinem Pferd durch gezieltes Training hilfst

Das Buch ist keine knochentrockene Theorieabhandlung, sondern es geht sofort in die praktische Analyse hinein: Welche Pferdetypen gibt es bezüglich des Exterieurs? Was sagen Eigenheiten wie zum Beispiel ein rückständiges Vorderbein über das Pferd aus? Was ist durch Training änderbar und was weniger? Welche Art von Training braucht es, um Eigenheiten des Exterieurs auszugleichen oder sogar wett zu machen?

 

Der Serratus-Muskel, der immens wichtig ist, wenn das Pferd Reitergewicht tragen soll.

 

Genau das macht dieses Buch sehr wertvoll. Niemand muss Angst vor erschlagender Theorie haben: Es werden in leicht verständlichen kurzen Texten die wichtigsten Muskeln erklärt. Der Leser sieht und kann verstehen, warum alle Welt vom Trapezmuskel spricht, der aber in Wirklichkeit nur fingerdick ist, wenn auch ziemlich groß von der Fläche her. Und er erfährt, welche Muskeln es denn tatsächlich ist, die durch unpassende Sättel zum Beispiel atrophieren.

Anleitung zum Muskelaufbau beim Pferd

Das Buch macht ziemlich viel Hoffnung. Weil es viel verspricht, wie man durch gezieltes Training Exterieurprobleme verbessern kann. Diese Versprechen werden jedoch durch Anatomiewissen gestützt und werden dadurch glaubwürdig.

 

Das Pferd wachsen lassen?!

Mir ging es so, dass ich mich sofort während der Lektüre am liebsten sofort auf in den Stall gemacht hätte, um die Trainingsideen umzusetzen. Ein Beispiel aus dem Abschnitt „Trainingstipps für Pferde mit ansteigender Rückenlinie“:

„Durch gezieltes Training kann auch ein älteres Pferd im Widerristbereich um mehrere Zentimeter wachsen. Den M. serratus ventralis trainiert man über Trabarbeit, denn hierbei muss er aktiv an- und abspannen, um den Rumpf, überspitzt formuliert, davor zu bewahren, durch die Vorderbeine durch auf den Boden zu krachen. Auch im Galopp muss er sehr aktiv sein, allerdings muss er dann das gesamte Rumpfgewicht plus Beschleunigungskräfte in der vorderen Einbeinstütze abfedern, was einen untrainierten Sägemuskel überfordern kann.“

Acht Wochen gezieltes Trabtraining

Es folgt eine genauere Beschreibung und auch auf Gefahren durch falsch verstandenes Training wird hingewiesen. Doch schon acht Wochen Trabtraining jeden zweiten Tag an der Longe sollen hier den Unterschied machen. Alternative, für all diejenigen, die ungern longieren oder mehr Abwechslung möchten: Ausritte als Handpferd, bei denen der Schwerpunkt auf der Trabarbeit liegt. Das Pferd soll mehrere Minuten am Stück durchtraben und kein Reitergewicht tragen, diese Regel gilt für beide Methoden, ob Longentraining oder Handpferdetraining. Ich wusste das alles schon mal, wie wichtig Trabarbeit zum Aufbau des Reitpferdes ist – es ist so hervorragend, das noch mal so gut erklärt zu lesen!

Exterieur Pferd:
Was Wietskes Körper über ihre Stärken & Schwächen verrät

Ganz toll ist auch das Kapitel zum Schluss, in dem einzelne Beispielpferde analysiert werden. Auf je vier Seiten werden markante Exterieur-Merkmale erklärt. Diese geben Indizien auf Problematiken des Pferdes. Die Autorinnen erklären diese und geben Trainingsempfehlungen. Sie besprechen einen Tinker, eine Friesin und mehrere Warmbluttypen. Die Friesin ist einigen Bloglesern wahrscheinlich bekannt: Es ist Wietske, die Stute von Dressurausbilderin Claudia Butry, die viele unserer Kurse leitet.

Welcher Muskel war das nochmal?

Das Einzige, was ich in diesem Buch wirklich vermisst habe, ist ein Glossar, so dass man schnell mal „Trapezmuskel“ oder „M. serratus ventralis“ nachschlagen kann. Denn wie schnell vergisst man wieder, wo genau welcher Muskel saß! Aber das ist auch schon alles. Grundsätzlich finde ich das Buch sehr gelungen, sehr lehrreich, und würde gern mehr davon lesen, am liebsten noch zehn weitere Pferdeanalysen sehen!

Gewinnspiel

Ihr könnt dieses Buch gewinnen: Ich verlose gemeinsam mit dem Verlag Müller Rüschlikon drei Exemplare des Buchs. Eins könnt Ihr auf Instagram gewinnen (ab Montagabend online), zwei verlose ich hier direkt im Blog. Ihr dürft gleichzeitig auf beiden Kanälen mitmachen. Wer teilnehmen möchte, beantwortet mir bitte folgende Frage in den Kommentaren: „Welche Schwachstelle siehst Du bei Deinem Pferd & würdest sie gern durch gezieltes Training verbessern?“ In die Kommentare kommst Du, wenn Du direkt unter der Überschrift des Artikels unten rechts auf „Kommentare“ klickst. Das Gewinnspiel startet am 4.2. um 12 Uhr und endet am 7.2. um 24 Uhr. Alle genauen Gewinnspielbedingungen findest Du hier im Impressum. Viel Glück!

 

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